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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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330 Ucbcrsichl der schönen Prosa (Romanliteratur).

das Schiller über diese Art Literatur und literarische Erholung zu sprechenpflegte. Denn darin wird er ewig Recht behalten, was er vortrefflichirgendwo gesagt hat: daß nichts die Empfänglichkeit für das wahreSchöne und das einfache Urthci! in ästhetischen Dingen so abstumpft,als der Sprung von anspannender Arbeit zum erschlaffenden Genüsse.Wer durch abstraktes Denken, sagt er, in sich selbst getheilt, durch Ge-schäftsformeln eingeengt ist, der verlangt nach einem sinnlichen Stoff,nm das Spiel der Denkkräfte einzustellen. Er will frei sein, von einerLast, die seine Thätigkeit ermüdete, nicht von einer Schranke, die seineThätigkeit hemmte. Darf man sich also über das Glück der Mittel-mäßigkeit und Leerheit in ästhetischen Dingen und über die Rache derschwachen Geister an dem wahren und energischen Schönen wundern?Auf Erholung rechneten sie bei diesem, auf eine Erholung nach ihremBcdürsniß und armen Begriffe, und mit Verdruß entdeckten sie, daßihnen eine Kraftäußerung zugemuthct wird, zu der ihnen auch in ihrembesten Moment das Vermögen fehlen möchte. Dort aber sind sie derLast des Denkens auf einmal entledigt, und die losgespannte Natur darfsich im seligen Genüsse des Nichts auf dem weichen Polster der Platitudepflegen." Und so urtheilte auch Göthe, als ihn die Wucht der litera-rischen Massen in den Wer Jahren zu drücken begann, und die Masseder schöngeistigen Schriften den Werth der wenigen echten Poesie weilüberdeckte. Als sich daher die beiden großen Dichter näher kamen, zeigtesich die unerwartete Gleichartigkeit und Harmonie ihres Bestrebens innichts so sehr, als in dem Unmnthe über diesen Zustand unserer Literatur,wo die unmündige Menge nicht in der Blume , sondern im reichlichenLaubwerk die Blüte suchte, und ihr gemeinsamer Groll strömte in diePeuicn aus. Stoß und Gegenstoß drückte nichts anders aus, als dieBegegnung der Mittelmäßigkeit mit der wahren Größe. Es ist Zeit,daß wir uns wieder nach unfern Lieblingen umseben, um zu beobachten,wie sie sich unter der Ungunst der Zeiten geberden, wie sie sich einzelndurchschlagen und im rechten Augenblicke Zusammentreffen, um Einerdem Andern Trost und Stütze zu werden.