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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Unmittelb. Einwirk. d. Wissenschaften u. Lebcnszustände. 303

des hohen Grades ihres Lurus zu allem Greulichen am geschicktestenseien. Auch Leibnitz hatte schon ein ähnliches Prognostikon gestellt, dasauch in Frankreich bald genug zutraf. Er noch dazu sah mit dem auf-kommenden Moralprineip der Ehre, der launigen, zugleich alle Vater-landsliebe, Gemeinsinn, Sorge für die Nachwelt, und die edlen Grund-sätze der Griechen und Römer schwinden. Unsere Ansicht wäre eine an-dere. Die Zeiten bleiben leider nicht aus, w* die Religionsprincipienund selbst die bloßen Morallehrer aufhören, in den Völkern die Grund-sätze des Handelns zu regeln; glücklich ist alsdann der Staat, der nachdem verlorenen Boden des Heiligen und Guten den Grund des Rechtsund der Gemeinnützigkeit übrig behält. Dies ist nur da möglich, wo. man der vaterländischen Freiheit, der politischen und staatswirthlichenI Entwickelung vollen Lauf läßt: dort bildet sich Ehrbarkeit, Ehre undRechtögefühl zu einem neuen bindenden Prineip in ver Gesellschaft, das,gegen Religion und Moral gehalten, nur ein Nothbchelf, aber immerein Behelf ist. Wir haben das Vaterland, die Freiheit, das Ehrgefühlund den Rechtssinn nicht, das uns diese Aussicht verkürzte, und wennwir die trüben Weissagungen Jung Stilling's theilen sollten, so theilenwir sie aus diesem Grunde, und aus keinem andern.

Wir können dem Leser weit verirrt scheinen, und ganz abgekommenvon unserm anfänglichen Vorsatze, uns auf dem Grenzgebiete von Reli-gion und Poesie zu halten. Wir haben aber in der That nur eine langeLinie durchlaufen, nicht uns in eine unnöthige Tiefe verloren. An sichschon war diese Abschweifung nöthig, um auch von poetischer Seite dieReaktion der Romantiker gegen den freien religiösen Standpunkt erklär-lich zu machen. Zum Glück aber haben wir auch einige praktische Ro-mane zur Hand, die nur auf dieser gewonnenen Höhe freier Religions-betrachtung entstehen konnten. Wir meinen einige Werke von Wieland.Bei der Art und Weise, wie dieser Mann die sämmtlichen Gattungen desRomans behandelt hat, und zugleich, wie er in seinem ganzen Dichtenauf das Praktische aus war, in seinem inneren Leben stets an den öffent-lichen Dingen in Deutschland Theil nahm, ließ es sich erwarten, daß erbeiden großen Angelegenheiten, die wir bisher behandelt haben, nichtstumm sitzen werde. Er konnte dies um so weniger, als er selbst widerseinen Willen in diese Verhältnisse hineingerissen wurde. Er hatte sich jaschon früher des klopstock'schen Christcnthums so lebhaft angenommen,er war dann eben so lebhaft sein Gegner geworden. Als jetzt in den 70erJahren der Hauptsturm gegen das Christenthum losging, hatte Wielandähnliche Anfechtungen auch von dieser Seite zu erleben, wie moralischer-