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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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ZOO Übersicht der schonen Prosa (Romanliteratur).

süchtigste Volk nicht Wunder genug, wenn es wirklich ein Naturereignißgewesen wäre? Aber die Menschen freilich wollen Alles nur beim Wortehalten. Und vom Worte war Herder endlich so frei in seinem Christen-thume, daß er dieseSchristen mit folgenden merkwürdigen Sätzen schließt:Ob in dem Christenthume der Name Christi litaneimäßig genannt werde,sagt er, ist dem Erhöheten gleichgültig. Der großen Mißverständnissewegen haben sich Viele an dem heiligsten Namen verekelt, so daß jetztStärke der Seele dazu gehört, dieserhalb das ganze Gebäude nicht vonGrund auf neu zu wünschen! Doch muß man sich nicht irren lassen, denstillestcn Wohlthäter des Menschengeschlechts auch in seiner Art, d.h.still, schweigend und nachahmcnd zu ehren. Am Namen selbst liegtwenig! Er selber nannte sich den Menschensohn; von Schlacken gerei-nigt kann seine Religion nichts sein, als die Religion reiner Güte,Mcnschenreligion. — Schade, daß diese gewiß Christus ähnlichen Ge-sinnungen nicht Wurzel fassen konnten, ohne daß lächerliche Nachtretergleich übertreiben und im Namen der Humanität taufen und dadurchnatürlich neue Reaktionen Herrufen mußten! Konnten sie nicht bei denTheologen ansdauern, so hätten sie es bei den Laien sollen! Aber wiesollte dies geschehen, da es ja hier offenbar ist, daß wir das Bessere unse-rer Literatur vergessen und liegen lassen, wenn es nicht in Reimen ge-schrieben steht! und daß wir dann wieder nach halben Jahrhunderten auflängst bereiste Gegenden zurückkommen, die wir in Zerstreuung verdäm-mert hatten, sie als neue Gegenstände auf's neue oberflächlich bestaunen, .um sie aufs schleunigste wieder zu vergessen.

Auf diesen Wegen also gewannen wir in Deutschland von doppeltenSeiten her in der Religion eine Aufklärung, in der Feidenkerei und demHcidcnthnme eine Mäßigung, wie sie innerhalb der christlichen Weltniemals dagewesen ist. Die poetische Kunst hals uns über die einseitigeVersessenheit auf eine bloö christliche Bildung, die seit Luther unerschüt-terlich war, hinweg, aber sie achtete die Religion, schon weil sie von derSeite ihres phantasiereichcn Gehaltes an die Poesie grenzte. Kein Mannvon Bedeutung erscheint in unserer Literatur, der nicht die Fessel derpositiven Religion abgeschüttclt hätte, keiner aber auch, der sie nicht ge-achtet hätte an dem, der sie gern tragen mochte. In dem gläubig er-wachsenen Geschlechte dauerten die Jugenderinnerungen aus, die unsso unendlich Werth sind, und sie wollten dem werdenden und kommendenGeschlechte nicht die gleiche Unschuld der Jugend verkümmern. So hattenGöthe, Wieland, Förster auf eine rein religiöse Zeit in ihrem Lebenzurückzublicken, so entschieden sie sie auch ablegten. Die Einsicht in die