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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Unmittclb. Einwirk. d. Wissenschaften u. Lebmszustände. 277

stürzen wollten, daß sie in 20 Jahren den Namen Christi nicht mehrgenannt zu hören hofften. Besonders wurden Lavater'n seine drei Lob-gcdichte über den katholischen Gottesdienst zur Schuld gemacht, dieNieolai 1787 mit Anmerkungen begleitet abdrncken ließ. Allerdings wardiese Toleranz an sich auffallend, und es klang sonderbar in diesen Ge-dichten^-'), daß ihm Alles, was zu Ehren Gottes gefabelt sei, verehrungs-würdig wäre! Dies heißt Wahrheit und Lüge auf Eine Linie stellen;Venn was bleibt der einen voraus, wenn die andere Verehrung weg hat?Lavater und Sailer schwiegen beide nicht. Der Elftere hatte schon 1784,ehe noch die Streitpunkte so bestimmt hervorgetreten waren, Herzens-crleichterungen geschrieben, jenes Buch der Verwahrung gegen Alle undAlles, was man ihm zum Vorwurfe machte, in dem er seiner Eitelkeitdie ungemessensten Opfer brachte. Nie ist ein Buch mit solcher Selbst-gefälligkeit geschrieben worden: Ich Lavater, vom ersten Blatte bis zumletzten: Ich Lavater! und Lavater in allen Stellungen und Lagen tritthier auf, der Prophet im Hauskleide, wie er seinen Freunden und Gästenaukündigt, was sie bei ihm essen werden, und wie er für seine „Un-freunde" das mitleidige Auge thränend gen Himmel wendet, und sie sei-ner Fehllosigkeit und seiner Liebe zugleich versichert. Gradans gegen dieBerliner geht alsdann seine Rechenschaft an seine Freunde (1780), diegleichzeitig mit Sailer's „einzigem Mährchen in seiner Art" erschien, zweiSchriften, aus die dann Nicolai im 8. Bande der Reise erwiderte. Werdiese Polemik unbefangen vergleicht, der gewahrt auf Weg und Steg,wie beide Gegner Nicolai's heimliches Spiel treiben, wo dieser in plum-per Geradheit offene Karte legt; sie leugnen, waö ihnen Nieolai nachherbeweist, sie drohen gegen Verleumder mit Gerichten, die Verleumderstellen sich ihnen selbst, und sie verstummen. Und auch in dieser Sachehaben wir, wenn wir den Akten selbst nicht trauen wollen, Bronner zumZeugen. Er erfuhr es ganz deutlich, daß Sailer ein heuchlerisches Spielmit seiner Umgebung und mit seinen Freunden in Zürich trieb; er erfuhres, daß Lavater ihm, der dem Kloster und Katholieismuö mit Gefahrentflohen war, anricth, ins Kloster zurückzugehen, während Geßner ihmfreundlich die Hand zur Rettung bot.

09) Es heißt dort:

„Mir sei, was Dich nur, Jesus Christus,zu ehren meint, Verehrungswerth!

Weun's Täuschung »ur, wenn'S Fabel wäre,cs fable nur zu Deiner Ehre,um Deinetwillen will ich's lieben,"