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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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272 Ueberstcht der schönen Prosa (Nomanliteratnr).

seine Landsleute, die Hirzel und Hottinger, gegen ihn oder verließenihn; vergebens riechen sie ihm, den Wunder- und Mirakelkram zu schlie-ßen, und spotteten öffentlich seines Glaubens an „allwissende Viehmägdeund Wasserprophetinnen;" vergebens erlebte er, daß sich die Kaufmannund Aehnliche, die er für ausecwählte Rüstzeuge erklärte und nahe beiChristus setzte, in Lumpenpropheten verwandelten, wie ihm die Freundevoraussagten, — er ließ sich nicht irren, er glaubte nach wie vor an dieWundergabe, er sah mit dem Magnetismus das verhüllte Reich derNatur aufgethan. Und auch diese Ueberzeugung näherte ihn nicht etwamehr einer natürlichen Beurtheilung dieser Wunderkräfte, sondern auchsie, auch diese magnetische Kraft war ja von Gott gegeben, und derGläubigste war auch der beste Magnetiseur. - Diese neue Lehre, sagteZimmermann von seinem Freunde, hielt er nicht allein für bewiesen,sondern auch für den Prüfstein eines ächten Christen.

Was Alles Lavater in dieser Zeit schrieb, und wie er nun die alteSchüchternheit und Rückhaltung ablegte, und eben so sehr im Offnenwie im Geheimen zu wirken strebte, können wir nur im Allgemeinen an-geben. Seine Schriften wurden nun stets häufiger, lauter, anmaßender,dünkelvoller, und man darf wohl sagen alberner, sic verricthen denTascheukünstler jedes Jahr mehr. In den vermischten Schriften (um1774) lehrte er nun das schon positiv, cS sei die Bestimmung des Men-schen, nach den Evangelisten, daß er in einer unmittelbaren und eigent-lichen Gemeinschaft mit Gott stehe; eine eigentliche moralisch-sinnlicheUnterhaltung mit ihm sei das Eigenthümliche der Religion und die Ab-sicht Gottes bei seiner Offenbarung; Gott sei dem Menschen in dieserGemeinschaft so erkennbar, spürbar und genießbar, als nur immer einsichtbarer Mensch sein könne; man könne also von seinem Dasein undseinen Eigenschaften wie von denen eines sinnlichen Wesens überzeugtwerden. Die Allgemeinheit der Gaben des heil. Geistes für alle Zeitenvertheidigt er auch hier. In dem Nachdenken über mich selbst (!775)fährt er fort sich selber ins Gebet zu nehmen, und ebenso dreht sich inden vermischten Gedanken (1775) wieder Alles um ihn selbst; sie gingenanfangs als Handschrift unter seinen Freunden herum; Zimmermannwarsehrsroh, als sie aufhörten, weil er nur üble Folgen von diesen„Episteln an die Brüder und Schwestern in Theffalonich und Korinthus"voranösah. Wir wollen alles Kleinere, alles Poetische liegen lassen,und nur ein paar Hauptwerke noch berühren. Der Pontius Pilatus(1781) trug schon das unduldsame Motto an der Stirne: Wer nichtfür mich ist, ist wider mich — und stieß dadurch Göthe, der ihn einmal