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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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262
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262 Ucbersicht der schöne» Prosa (Romanliteratur).

auch der Bettler ein König, wenn er zeugte, wie seiner Dürftigkeit dieDinge Vorkommen. Und diesen widerlichen oder auch komischen Eindruckmacht es, wenn man mit Lavater's Auftreten und seiner Einbildung dasvergleicht, was er that und war, wenn man den Propheten im HauS-kleide aufsucht. Jeder wird da den Eindruck empfangen, den der jungeW. Humboldt bei seinem Besuche davontrug. Er suchte mit gespannterErwartung die Spuren eines tiefen und seltenen Mannes, große undselbst schwärmerische Ideen; aber er fand nichts als einen kleinlichenGeist, der ewig selbstgefällig und eitel auf sich selbst zurückblickte, demSpielereien in Worten und der Ausdruck geistloser fader Hcrzensgefühlealle wahre Kraft raubten, der sich gefiel mit Formen eine unendlicheZeit zu verderben. Die Anstalt seiner Korrespondenzen, die Art, wieer für sich mit seinen Freunden lebte und mit ihnen Zettel und Futteralehielt, die eitle Ostcntation, mit der er seiner Tischgesellschaft seine Zer-streutheit zeigte, die ungeheuere Vielgcschäftigkeit mit nichtigen Dingen,die er in seinen Schriften aufdringlich Allen erzählte, die sie nicht zukennen verlangten, dies ewige Selbstbeäugeln, mit dem er bei tausendgesuchten und ungesuchtcn Gelegenheiten in allen seinen Schriften aufsich und seinen wenigen Ideen verweilt, die ganze Redeweise, die vomDreifuß herab doch nur in steten Tautologien schwärmt, diese Orakelvoll eitler Wortfülle, diese flüssige Schrift, die für Lapidarstil angesehensein will, dies Zusammenstoppeln von Stellen und Phrasen, zu dem ihmselbst seine Freunde behülflich sein mußten, diese Karten- und Notiz-blättchen, Alles läßt uns nur in eine Trödelbude des Charlatanismusund der Pedanterie hineinsehen, die noch abenteuerlicher ausstaffirt er-scheint, als sie bei antiquarischen Sammlern zu sein pflegt. Vergebenswarnte Herder, bei dem ersten Auftauchen dieses Wesens, den Manu,den er noch hochachtete, vor dergleichen gelehrten Ueppigkeitcn, den Um-hörungcn und unmaßgeblichen Rathschlägen und Korrespondenzen, dieim äußersten Grade verwilderten, zerstreuten und von der Einfalt, Kraftund Treue des wahren gottergebenen Genies weit abführten. Der eifrigeMann hörte nicht. Er suchte mit Ernst das Leben in Gott und im Jen-seits ; aber er führte ihn nicht folgerichtig, wie die älteren Mystiker, zueinem Quietismus und inneren Frieden, sondern die propngandische undapostolische Unruhe kam hinzu. Nachdem er sich auf die gefundenenWahrheiten anfing fest zu steifen, zog er aus, um alle Welt zu bekehrenund zu retten, und sie zu nöthigen, die Dame seines Herzens für dieSchönste.zu erklären. Er schob sich selber immer mehr vor und seinePerson, um dann seine Lehre desto leichter geltend zu machen. Er suchte,