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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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242 Uebersicht der schönen Prosa (Romanliteratur).

Halle fortsetzten, ohne daß Bann, Absetzung, Verleumdung, Gefangen-schaft, Hauskreuz und Noch seine leichtsinnige Laune beugen konnten,sind reine Seitenstücke zu den Abenteuern im Sebaldus. Sie machtenihn, der sich zu den lichtesten Orthodoxen zählen durfte, noch in Erfurtaufmerksam auf den Tadel der Berliner, denen sein Grad der Aufklärungnicht genügte. Nun fing er an mit Vorsicht, aber mit der Ausdauer derallgemeinen Bibliothek und der Schreiblustigkeit eines deutschen Bücher-machers, trotz der Lückenhaftigkeit und Dürftigkeit seines Wissens, zahl-lose Bände zu schreiben (er zählt deren 126 in seinem Leben auf!), undeinen Ehrgeiz darein zu setzen, die Blößen der Orthodoxie auszudecken.Stufenweise läßt er nun Ein Dogma nach dem anderen fallen, bis erzuletzt durch Eberhard und Semler's Schriften auf jenen Standpunktkam, wo er das Christenthum als eine Moralreligion mit jener Phan-tasielosigkeit betrachtete, die aus seinen Wundererklärungen und ausseinen neuesten Offenbarungen, jener von Göthe verspotteten modernisir-ten Paraphrase der Evangelien (1772), hervorsieht; wo er Christus alseinen ausgezeichneten Menschen, als einen Wohlthäter und Aufklärerder Gesellschaft ansah, mit dem er sich selbst neben Luther, Sokrates undSemler ungefähr auf einer Linie glauben zu dürfen meinte.

Während sich diese Gegensätze der Orthodoxie und des Rationa-lismus innerhalb der gelehrten Welt der Theologen (um 1770 herum)bildeten, lagerten sich gleichzeitig in der Laiengcsellschaft selbst noch vielschroffere Gegensätze gegeneinander über. Dies war besonders in denwestphälischen Gegenden und am rechten Niederrheinufer der Fall. Einförmlicher Klub von antichristlichcn Freigeistern gruppirte sich um jenenMauvillon, den wir schon genannt haben, während die verschiedenstenSekten des Pietismus und Mystirismus sich vom Nassauischen bis weitnach dem Niederrhein hin angesiedelt hatten. Mauvillon's Kreis undBekanntschaft mußte sich sehr im Stillen halten; die außerordentlichgrellen Ansichten, die darin herrschten, fanden wenige und jetzt meist ver-schwundene Organe in der Literatur; und wir wüßten kaum etwas vondem heimlichen Antichrist, der hier sein Wesen trieb, wenn nicht Mau-villon's Briefwechsel (Deutschland, 180 l) wäre bekannt geworden. Hierlernen wir besonders jenes Freundepaar kennen, Mauvillon und Unzer,die sich versprachen, nach ihrem Tode sich zu erscheinen, und die sichgegenseitig in ihren religiösen Freigeistereieu steigerten. Unter ihnen galtes für gut, gegen die Religion zu schreiben; der Weise dürfe keine übersich erkennen; sollten sie einer ihren Beifall geben, so war es die zoroa-stcische. Sie wußten sich etwas mit derschönen" Absicht, die christliche

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