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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Ucbersicht der schonen Prosa (Nomanliteratnr).

noch kriecht, sondern aufrecht geht, Wolfsgruben und Beinhänser für dasansieht, was sie sind, und sich an Berg und Thal, an Menschenwerk undNatur freut, was dem in den Lüften zu klein, dem im Neste zu großscheint. Mit Kothurn und Sokkus je an Einem Fuße wandeln, ist einhinkender Gang. Jean Paul wollte ihn erzwingen. Seine Freunde hat-ten ihm schon in der Jugend geschmeichelt, er werde uns Shakespeare,Rousseau und Pope zugleich werden, und sie hatten nicht bedacht, daß,wer nur Eine Faser von Pope hat und Eine von Rousseau, fast Keinevon Shakespeare haben kann. Aber es gehörte zu dem universalistischenBestreben der Zeit, die Versuche des Unmöglichen anzustellen, und sohaben wir in Jean Paul, wunderbar genug, die Züge des dämonischenGeniedichters und des humoristischen Pragmatikers hart beisammen.Der Mann, der so skeptisch von der Nichtigkeit des Menschen und seineseigenen Selbst denkt, legt seine Autobiographie ganz auf das kleinlichstean, als ob eben hieran Alles gelegen sei; er findet es, wie die Prag-matiker, lockend, von einem bedeutenden Menschen nur einige Tage langalles Alltägliche aufzuschrciben, was er treibe, nicht um daraus, wieJene, Aufschlüsse über seine Natur zu finden, sondern wieder in demmelancholischen Wunsche, die Leerheit jedes Lebens zu zeigen; sich selbstwill er lächerlich darstellen und das Unbedeutende an ihm, obgleich ersein endliches Bestreben nannte, auf der Erde nichts zu kultiviren, wasim droben nicht gälte! Er, der die Thorheitcn der Welt so sehr vonschwindelnder Höhe überschaute, gefiel sich aufs höchste,alles Gemeineund Pedantische mitznmachen, unter dem ergötzenden Bewußtsein derWillkür". Der sich so über alle Blitzableiter emporschwang, gefiel sichdoch ein Wetterprophet zu sein, nicht ohne sich wieder selbst darüber lustigzu machen. Ec, der anfangs die Allmacht des Genies so verehrte, fanddoch nachher, daß sich Dinge erlernen ließen, von denen Andere andersurtheilen würden, und er mußte sich gestehen, daß seine Anlagen un-endlich klein sein würden ohne die Verbesserungen des Fleißes. Der extra-vaganteste Schriftsteller mußte sich an die pedantischste Ordnung knüpfen,und wenn cs in dem ganzen jungen Geschlechte damals lag, was JeanPaul einmal von sich sagt, daß die Anspannungen der Phantasie allenLeidenschaften zu viel Milchsaft und Heftigkeit gaben, so waren dochdiese Anspannungen bei ihm nicht durch den unmäßigen Lebenstrieb unddurch jenen weltstücmerischcn Sinn wie in den Andern hervorgerufen,sondern er erkünstelte sie durch die fire Idee, mit der er sich auf das Amtder Schriftstellerei warf. Dieser Mann schien Vielen die Poesie, die durchGöthe und Schiller auf den Höhepunkt gebracht war, den sie bei uns