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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Jean Paul.

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Charakter den springenden Punkt zu finden, ohne den, nach Jean Panl'seigener Bemerkung, kein Charakter Leben und Bewegung hat. Der ersteBilvungSschuß dieses Mannes war auf einem empfänglichen und frucht-baren Boden gleich anfangs so mächtig, daß nach seiner Vollendung derWuchs stillstand; und daher kam es, daß in Jean Paul viele Eigen-heiten jener revolutionären Periode bis ins 19. Jahrh. herüberragten,wo eine ähnlich gestimmte Jugend ihm vorzugsweise gern die Handreicht. Daher kam es, daß die Schriften dieses Mannes einer Gattungangchörten, die damals gepflegt, nachher vergessen ward, daß sie spätund frühe eine entschiedene Gleichartigkeit trugen, und einen solchen ge-schichtlichen Fortgang, solche Perioden der Bildung, wie wir sie beiGöthe und Schiller in aller Schärfe getrennt haben, gar nicht darbieten.Diese große Einförmigkeit in Jean Paul'S Bildung würde sich nochschlagender darlegen, wenn wir sein Leben von ihm selbst beschrieben be-säßen. Er hat bekanntlich nur den Anfang gemacht,Wahrheit aus JeanPanl's Leben" zu berichten; aber auch aus diesem Fragmente lernen wirhinlänglich, daß er weder der Mann war, eine Geschichte seiner selbst zuschreiben, noch daß er eine eigentliche Geschichte zu schreiben hatte, dasein ganzes Leben nur eine Reihe von idyllischen Zuständen zeigt, ohnemerkliche Einwirkungen der Zeit, oder eines wechselvollen Schicksals,oder eines wandelsüchtigen Geistes. Seine Biographie, die schon aufdem Titel, mit einem Stiche auf Göthe's Dichtung und Wahrheit,nur Wirklichkeit zu berichten verhieß, würde darum weit entfernt gewesensein, eine pragmatische Geschichte zu liefern, wie Göthe that; sie würdesich kaum in etwas von seinen Romanen, in denen er lediglich das deut-sche Kleinleben schildert, unterschieden haben. Nicht als ob er nicht inWahrheit Wahrheit redete, nicht als ob die Dichtung, mit der er sein^ Leben durchflechtcn wollte, dieser Wahrheit Abbruch gethan haben würde;

allein in seiner Geschichte würde sich nach den ersten Jahrzehenden und' schon während dieser lauter Bestand und Beharren gezeigt haben, keinFortgang; man würde keine unmittelbarere Kenntniß seines Wesens er-halten, als man sie schon durch seine Werke besitzt, die nur das genaueAbbild seines inncrn Lebens sind. Die Verhältnisse wirkten wenig aufden einmal geformten Charakter ein, und daher tadelt er Göthe'n um dieAeußccung, daß der Mensch um jedes Jahrzehend sich ändere; er streitetgegen die Möglichkeit, einen Autor aus den Umständen zu erklären; der> Mensch sei sein eigenes Licht und Schein, sagt er im Gegensätze zu Göthe,

I der nichts übrig zu behalten fürchtete, wenn er sich nehme, was ihm die' Verhältnisse und die Menschen gegeben. Er gesteht damit ein, daß er

Gcrv. d. Dicht. V. Bd. j Z