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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Humoristische Romane.

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zusammen, das alte Wesen zu brechen, ihn aufzuklären darüber, daß erdie sittlichsten Triebe und Künste zum Dienste des Unsittlichen erniedrigthabe. Er hängt sich nun mit einer Art Schwärmerei an die Seenen, diesein Herz rühren und bessern; man möchte sagen, Thümmel führt denWeg, den Wieland von der Schwärmerei zur Sinnlichkeit geführt hatte,gerade zurück. Nun will der Reisende gern seine Geschichte dem Unerfah-renen vorstellen, dem Lüsternen, dem Kenner, und es soll ihm lieb sein,wenn sie zuletzt, von einer Nacktheit zur anderen verlockt, an einer War-nungstafel anprallen. Er begegnet seinem ersten Arzte wieder, der ihmeröffnet, daß er ihn mißverstanden habe, wenn er meinte, er habe ihmeine leichtsinnige Behandlung des moralischen Menschen gegen seineHypochondrie, ein muthwilliges Bestürmen der Natur gegen seine Krank-heit angerathen. Dies Gespräch bildet den Schluß; es ist nur ein morali-sches Ende da; mit dem Faktischen täuscht Thümmel den Leser gleichHermes, zu dessen Uebcrraschungstheorie er sich bekennt, mit dem er auchdarin ähnlich ist, daß er seine Charaktere, wenn nicht versteckt, so dochhiuterhält. Der Leser soll desto nachdrücklicher auf jenes Gespräch hin-gewiesen werden, die Selbstbekenntnisse dort sollen mehr Wirkung machenals Rousseau's. Der Absicht nach ist Thümmel's Roman so gerecht-fertigt, wie der Wahrheit nach; nur möchte jener Einwurf, den er sichselbst macht, immer ein Bedenken übrig lassen: daß die Jugend so gerndie sittlichen Fehltritte aus solchen Schilderungen für nothwendig ansehenlernt, und den Durchgang durch eine solche zügellose Periode als dengewöhnlichen Fortgang zur Erkenntniß. Uebrigens dürften wir unsimmer wünschen, daß alle unsere Romanschreiber, die sich mit ihrerKenntniß der Welt und der Menschen schmückten, sich ein Beispiel anThümmel's Mäßigung genommen hätten, der auf Eiu Werk seinen Fleißversammelte, sowie daß sie etwas von seiner Erfahrung und seiner ge-schmeidigen Eleganz hätten; so würden wir uns den Ausländern gegen-über in dieser Gattung nicht ganz so versteckt halten müssen. Sie kamohnehin zu keiner rechten Entwickelung, weil einmal die aufblühendeBühne die mittleren Talente alle auf das bürgerliche Drama und Lust-spiel lockte, und dann weil der Stoff des praktischen Lebens zu geringwar. Aus dieser letzteren Ursache kam es sowohl, daß die Romane desplatten geselligen Lebens sobald überhand nahmen, als auch daß sichdiese Gattung, wo sie noch einen ernsteren Bezug zur öffentlichen Kulturnahm, an die Wissenschaft beschloß, die in jeder Hinsicht bei unsnäher lag und größere Bedeutung hatte, als das öffentliche Leben, jadie das öffentliche Leben ganz eigentlich ausmachte. Wir wollen diesen