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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
146
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146 Übersicht der schonen Prosa (Nomanlitcratur).

verwandter waren; und so kam es, daß in den 70er Jahren diese Gattungplötzlich eben so neu geboren, wie das Drama neu gestaltet, hervvrtrat.Wir haben uns bei den Erzeugnissen aus diesem Dichtungszweige alssolchen nirgends lange aufgehalten, und wollen es auch jetzt nicht; auchwäre hier irgend vollständig zu sein nicht einmal möglich, wenn es auchzweckdienlich wäre. Was uns aber dennoch ein wenig dabei zu verweilennöthigt, ist hier, wie sonst, das nähere Verhältniß der Werke dieserGattung zu den Zuständen, Leistungen und Tendenzen der Zeit, dieGrenzberührung von Kunst, Wissenschaft und Leben, die uns unmittelbareAufschlüsse über alle zugleich gibt. Daß wir dabei nur die größerenBeziehungen dieser Art von Dichtung mit dem öffentlichen und allge-meinen Leben der Nation im Auge behalten, versteht sich von selbst, undwir werden auch hier, wie früher, finden, daß uns aus diesem Grundeeigentlich nur die Anfänge des Romans eine Theilnahme abgewinnenkönnen. Sobald die gewöhnliche Gesellschaft sein Urbilv wird, sobald erzur bloßen Unterhaltungslektüre herabsinkt, und für die täglichen kleinenpoetischen Bedürfnisse das wird, was die Scheidemünze und das Kupferzur Befriedigung der physischen Bedürfnisse ist, verliert er für die Ge-schichte der Literatur alle Bedeutung; seine Veränderungen sind dannnicht mehr organisch und geschichtlich, sondern modisch, und gehören vordas Forum des Theetisches, nicht vor das der wissenschaftlichen Be-trachtung.

Um in der Kürze das Verhältniß unserer Romane zur Zeit ihrerWiedergeburt unter englischen Einflüssen, und ihren Gegensatz zu derbisher behandelten Naturpoesie der Kraftgenies anzudeuten, so erinnernwir, daß alle Kunst und Poesie auf dem Grunde einer möglichen undidealen Welt ruht, die des Menschen freie Seele im Fluge über die ge-gebene Wirklichkeit hinweg sich dichtend und denkend schafft. Es istnatürlich, daß die Dichtung, wo die Blüte ihrer Entwickelung in einZeitalter gereifter Geistesgaben fällt, sich dieses ihres Gegensatzes gegendie wirkliche Welt bewußt wird, wie wir es in den letzten Erscheinungengewahrt haben; und sie wird in einem solchen Falle den Stoß der Ein-bildungskraft ans die Schranken des gegebenen Lebens gerne zu ihremVorwurfe nehmen. Dieses Thema haben wir bisher im Sturme unvDrange des Instinktes, wie in der klaren Auffassung des gereiften Geistesbehandeln sehen. Unsere Kraftgenies, zum Theil mit der Anlage zuächten Dichtern geboren, umfaßten die Verhältnisse Der Möglichkeit unvWirklichkeit mit der ganzen Energie einer jugendlichen Einbildungskraft,deren Natur es ist, nirgends das Gethcilte zu ertragen, überall nach dem