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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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135
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Periode d. Ongüialgenies. Göthe in Jtal. u. Schiller's Jugend. 133

aus den ersten Versuch handhabte, die Entschiedenheit, mit der er sichaus diesem Wege sühlte trotz der Gegenstimme des Publikums, dem dieseGattung ganz fremd und von dem materialen Interesse der Räuber ent-blößt war, sprach schon damals laut dafür, daß hierin seine Bestimmunglag. In dem Sinne, in dem Shakespeare den Charakter des Cäsar faßte,entwarf er im Fiesrodas Gemälde des wirkenden und gestürzten Ehr-geizes", zeigte in den großen Kollisionen des Staatslebens jenen Cha-rakter, über dem sich das ganze Jahrzehnt abmühte, dessen riesigem Leibedas Kleid der gewöhnlichen Moral nicht paßt, der die Schande abneh-men sieht mit der wachsenden Sünde, das Bild einer Menschheit vongefährlicher Vollkommenheit. Der Gegensatz des Mohrs, der diesenAusbund von Ueberlegenheit, sobald er auf bösem Wege seine Größesucht, noch überbietet, ist, wie unwahrscheinlich das Einzelne klingt, imGanzen ein Meisterstück; der Gedanke, einen verderbten Staat zu schil-dern, der keiner Freiheit mehr fähig ist, und der den Revolutionsheldenzum Despotismus nothwendig verführt, ist fast zu altklug ans demMontesquieu entlehnt. Die ganze tumultuarischc Raschheit dieses Revo-lutionsstücks läßt begreifen, warum Schiller den Götz umarbeiten wollteund den Egmont tadelte. Sie zeigt den Dichter der Behandlung histori-scher Stoffe gewachsener und den Menschen den zählenden Freiheitsideen,die aus Amerika sich verbreiteten, näher, als irgend einen der Jünglingejener Zeit; und man hatte im pariser Nationalkonvent gar sehr den rech-ten Takt, als man Schiller'n und Klopstock das neufränkische Bürger-diplom schickte. Jene poetische Auticipation der Geschichte lag in keinemStücke dieser Zeiten sprechender vor, als im Fiesro. Dies mochte auchder geheimste Grund sein, warum der Dichter in der Wahl zwischen Kon-radiu und Fiesro den vaterländischen Gegenstand fallen ließ.

In Kabale und Liebe (l784) verführte Schiller'n, wie er anDalberg schrieb, die Eitelkeit in einer entgegengesetzten Sphäre zu glän-zen, seine Phantasie in die Schranken des bürgerlichen Kothurns ein-schränken zu wollen, da doch die hohe Tragödie ein so fruchtbares Feldund für ihn, möchte er sagen, da ist, da er hier vielleicht nicht erreicht, inAnderem übertroffen werden könne! Der Plan war noch in Stuttgartim Gefängniß gemacht; man sicht es ihm an. Wenn in den Räubernder Gegensatz der Jugendphantasie gegen die umgrenzte Welt, oder auch,wenn man will, die Zerrüttung des Familienlebens, im Fiesro die Zer-rüttung des Staatslebens geschildert ist, so hier die Kluft der Ständeund die Zerrüttung des Hoflebens. Jene freie Britin, einer der weib-lichen Lieblingscharaktere jener Zeit, der, wie Jacobi sagte, die Buhlerin