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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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Periode d. Originalgcnies. Klopft. Schule. (Die Göttinger.) 61

der in der Reihe der Bezauberten um Göthe herum ein ganz eigenthüm-licheS Bild macht und mehr als Andere in seiner harmlosen Weise ansden unwiderstehlichen Reiz blicken läßt, welchen die sreundliche Humani-tät eines großen Mannes in geschickter Paarung mit ehrfurchtgcbietender,diplomatischer Ferne und Würde auf unselbständige Menschen ansübt.Vossens Angehörigen hätten diese Ausfälle nicht so hart anffallen sollen;denn Voß urtheilte zum Theil selbst so über sich. Mit dem Maße gemessenzu werden, unter das jene Beiden gehören, hätte er selbstmicht begehrt.Ec hat in der Auswahl letzter Hand bewiesen, daß er selbst den Stabüber einzelne seiner Sachen zu brechen wußte, er las zu Zeiten seine Ge-dichte von wenigen Jahren vorher und erschrack darüber, daß er das fürPoesie gehalten habe. Er gestand cs schon in seiner Jugend, daß eingroßer Dichter mehr Außerordentliches an sich haben müsse, als er vonsich wisse. Klopstock sei l8 Jahre gewesen, als er den Messias anfing,das sei der große Dichter; Genie zu einem künftigen Dichter eigne ihmsein Stolz in gewissen Stunden zu, und auch daran zweifle er in andern;er fand es richtig, was man ihm von der geringen Phantasie in seinenGedichten sagte. In mehr als Einer Hinsicht möchte man finden, daßin seinen Gedichten, wie in seinem Charakter verschiedene Adern ausKlopstock's und Lessing's ganz verschiedenartigen Wesen zusammcnlaufen.Aus dieser Mischung ist jener Charakter von unerschütterlicher Festigkeit,von männlicher Selbständigkeit, von rücksichtslosem Wahrheitseifer, vongesundem unnmnebelten Blicke geworden; schwer wäre aus ihr ein großerDichter hervorgegangen, auch wenn andere, glücklichere Verhältnisse denMann umgeben hätten. So aber litt er auch noch von dem Drang dernordischen Natur, und seufzte unter dem Joch der Schulämter;desLyäus Nebschoß pflanzte der hyperboreische Sänger nahe dem Nord-gestirn, pflegte ihn, abwehrcnd Luft und Nngeschlachtheit, unter demGlas in crkargter Sonne, wo er ihm bald Blüte, bald grünen Herling,bald gecöthete Traube brachte". Worte, die eben das sagen, was Schillergelegentlich in derberen Ausdrücken von dem ungleichen Werthe vossischer

ist zu Göthe's Charakterisirung köstlicher, als ganze Bände saust. Die Scene ist vor-trefflich, wo Göthe, kundig, wie inan die Bosse fassen müsse, den arglosen Heinrich inBegeisterung versetzt. Noch naß war die Stelle, wo er den Dichter im Kampfe gegenauSschließende Meinungen, Macht- und Bannsprüche darstellt; er kommt zu Heinrich,bleibt im Zimmer stehen, stemmt den rechten Fuß voraus, und liest in seinem kräftigenBasse, stets feuriger und gediegener, und mit dem Worte Teufel senkt er das Blattunv sieht Heinrich mit starren, aber freundlichen Augen an, als wolle er sagen: Habich's recht geinacht?