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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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60 Umst. d. kontent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoesie.

zerstreute Anklänge an Hagedorn, an Klopstock, an Claudius u. A., und ,

wieder an die hackbretmäßigen Volkslieder fanden, so haben wir denselben l

Anklang an alles dieses bei Voß. Und so auch die ähnlichen Verhältnisse l

zur Musik. Unser Volksdichter weiß nicht gern von einer Lyrik, die nicht ;

gesungen sei; Ode heißt Gesang, sagt er, was soll eine gelesene Ode? s

Ganz früh stand er mit Forkel in Verbindung, den er nachher steif, l

erfindungs- und gefühllos fand; er lauschte auf Gluck, den vaterländi- ^

scheu Tonkünstler; Bach wollte aus ihm gern einen ganz musikalischen t

Dichter haben, sehr vertraut stand er mit Schulz aus Lüneburg, dem j

Nebenbuhler Reichardt'ö, einem einfachen Manne der guten alten Zeit, s

dessen Volkslieder Voß für ein Ideal von Licdcrmelodien hielt, an denen s

er den reinen Ausdruck der Empfindung liebte ohne Zusatz von Mode- s

geschmack und Virtuoseneitclkcit. Seine Kompositionen sättigten Voß nie, l

bei einigen seiner Melodien glaubte er seine eigenen Lieder besser zu ver- ^

stehen. Bei all dieser Neigung zur gesungenen Lyrik stritt übrigens, wie ^

bei den Schlesiern, so auch in Voß der Gedanke in den Liedern zu sehr l

mit der Empfindung. Wie gern er dem Komponisten in die Hände ar- z

beiten möchte, so will er denn doch nicht den besseren Ausdruck des Ge- ldankens dem Schönklang der Musik opfern; er war neben dem Musikali- l

scheu zu sehr ein korrekter, ein sprachlicher Dichter. In seiner Jngend <

meinte er zwar, daß Natur die einzige Dichtkunst sei, nnd Alles andere s

Seifenblase; man empfinde nur ganz und sage dann seine Empfindung ^

auch in Hans Sachsens Sprache her, es werde mehr Eindruck machen, ^

als alle prächtigen Päane der lächerlichen Nachahmer Ramler's und !

Klopstock'S. Aber weiterhin predigte er, wenn nicht nonnm , doch novum 's

pr6mat.Nl' i» NNINIM-, er ging mehr auf die Sachen, die Gestalt, die ^

Würde der Gedanken und die sprachliche Einkleidung auö; so kam dennmanches Gedicht, in dem, wie Göthe sagte, bei aller Gottesfurcht Man-gel an Poesie war; manche Strophe, die nur ein Repertorium für einund daö andere gerettete, geschaffene, neugebildetc Kernwort war, unter >denen manchesbäuerliche", unpoetisch mitlief. Schiller und Göthe, sovoll aufrichtiger Anerkennung sie Vossens Verdienste rühmten, so vollLobes sie über seine Idylle waren, daß fast sein Name allein und einzig jin den Leinen gepriesen wird, haben sich zu Zeiten über einzelne Seiten ^

oder einzelne Produkte von Voß hart und schroff geäußert. Die bekannte !

Reeension von Göthe ist in der Zeit des guten Vernehmens, aber darumnicht in der Meinung gemacht, in der sie der treue Heinrich aufnahm

SS) Sie ward unter seinen Augen geschrieben; Heinrich's eigener Bericht darüber