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Umst. d. konvent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoeste.
Verbannung lateinischer Scholien; auch auf der Schule zürnte sein feier-licher Ernst gegen „das Rundum vom Wortlernen zum Wortlchrcn fürneue Wortlehrlinge, vom nichtigen Lateinlallen zum nichtigen Latein-verstehn." Seid gewarnt, ries er, in dieser Art Menschenbildung war derJesuit euer Meister! Ihm aber war es um den acht antiken Geist zu thun,den er weder in Schulformen gelehrt wissen, noch in modernen Wclttonumgebildet haben wollte.
Wie Voß in seinen Übersetzungen aus dem Alterthume^) fortfuhr,wie er sich erst zur Geläufigkeit übte, dann, des Erfolges sicher, sich stetsan das Schwerere wagte, im Schweren die Forderungen an den Uebcr-seher steigerte, die Zumuthungen an die Sprache und Prosodie zuletztübertrieb, wollen wir, als nnscrm Gegenstände fremder, übergehen. Wieer übrigens hier über seine göttiugec Nebenbuhler hinwegragte, so auch,wenn wir von Bürger's Balladen absehen, in den eigenen Gedichten.Diese landschaftlichen Lyriker, Brückner, Miller, Hölty, Claudius, Voß,kannten keine andere Poesie, als daß sie in der Natur umherblicktcn, mitoffenem Sinne besangen, was sie fanden, und was ihr Herz dabeiempfand, und sie standen aller Dichtung entgegen, die mit kalter Ueber-legung Gedanken und Bilder zusammenreiht, über die man konventionelleinig geworden ist, sie poetisch und schön zu finden. Dies bedingt diezwei Haupteigcnschaftcn, die den Kern dieser Dichtungen bezeichnen: aufder positiven Seite ihre Beschränkung auf die nächste Umgebung, ihrenlandschaftlichen, hcimathlichen, häuslichen Charakter, aus dem sich so-wohl ihre beschreibend-idyllische, als ihre lyrisch-musikalische Natur her-leitet ; auf der 'negativen ihren Gegensatz gegen das Unvaterländische,das Weltschwcifcnde, Katholische, Romantische, woraus sich die Polemikgegen alle Poesie des Kopfs, gegen alles Unmusikalische, das Sonett,und alles Stehende der romanischen Dichtung erklärte, die mehr Poesieder Form als der Materie ist. Die Lyrik steht, wenn nicht auf dem nie-derländischen Standpunkte, so doch ihm sehr nahe; sie vermeidet dasHäßliche und die Karrikatur, aber nicht die Landschaft, das Stillleben,das gcmüthlicheGenrebild; sie hatAchtung vor derForm, aber keineWahldes Inhalts; sie entschuldigt mit Empfindung für den Mangel an Phan-tasie, für das fehlende Schöne mit dem Wahren, Edlen, Verständigen.
21) Plato'S Apologie 1776. Odyssee 178!. Gcorgika 1789. Homer's Werke1793. Virgil's ländliche Gedichte 1798. Verwandlungen des Ovid 1798. Virgil'sWerke 1799. Tibnll 1816. Horaz 1826. AristophaneS 1821. AratuS 1824. Hymnusan die Demeter >826.