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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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28 llmst. d. kouvcnt. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoefie.

aber er stand bald allein, sah sich von Allen getäuscht und hatte nach denkühnen Jugendträumcn eine gedrückte Laufbahn zu durchleben: diesmußte den srüherhin sanften und stillen Jüngling verbittern. Sieht manvon den Personen ab, so kann man auch an den Früchten der Bundes-dichtung erkennen, wie anders sie arteten, als nach der ersten Blüteschien. Man ging ganz aus die Genie- und Naturtheorien jener Jugendein. Man stimmte zusammen mit Göthe und Lenz, man bewunderte denUgolino und Menoza, Boß fand damals den Hofmeister (von Lenz), denman Göthe'n zuschrieb, für weit würdiger als den Clavigo, da erebenso empörerisch gegen das Reg ul buch und eben so nackter Natur sei,wie Götz". Man begeisterte sich an Werther und den Blättern von deut-scher Art und Kunst; mit Klopstock's Beifall verachteten sie die ganzeWelt, pochten auf ihre Einsicht zum Trotzealles gelehrten Viehs undaller ungelehrten Schafe, die gegen sie aufblökten", und auf die Stimmeder Natur, die für sie sei, und auf ihr Gefühl. Sie verachteten Gelehr-samkeit und Schulweisheit aus Grundsatz, und nahmen sich Claudiuszum Muster; der Gesang der Einsalt, der Natur, des Landlebensstammte daher aus diesem Kreise, und die Volksdichtung ward hiergleichsam neu geboren. Und doch wirkte aus eben diesem Kreise noch be-deutungsvoller die Belebung der klassischen Literatur auf die Nation!Man glaubt es kaum, daß derselbe Voß, der mit jener merkwürdigenAusdauer sein Leben der griechischen Dichtung widmete, in seiner Jugendzweifelte, ob es außer Mutter Natur noch andere Lehrer der Dichtunggebe, die Griechen selbst nicht ausgenommen; daß Er, der den Homerbei uns einbürgerte, damals sagte, der Schotte Ossian sei ein größererDichter als der Ionier; und daß Bürger, der das rechte Urbild desGenies schien, kleinlich nach dem Regelrechten strebte und von Schillersich bei allem Unmuth an seiner Naturdichtung irren ließ.

Der ungeheure Zwiespalt, den die Stimmung der Zeit damals inder Natur der Menschen vielfach hervorricf, die Kluft, die sie zwischenverschiedene Altersstufen legte, die Zerrissenheit und Verworrenheit, diesie über reine Gcmüther und gerade Köpfe warf, die Irrungen an Berufund Fähigkeit, die Widersprüche in den Bestrebungen und Handlungen,in Zwecken und Mitteln, die sie veranlaßte, ließen sich schon bisher anso Vielen beobachten; wir haben diese und ähnliche Zerrüttungen intraurigen Beispielen, in widerlichen oder lächerlichen Karrikaturen ge-sehen; in einer gewissen Mittlern Fülle, und in einer Art Gleichgewichtvon glücklicher KraftäußerMg und tragischen Zugängen, finden wir siein Gottfr. Aug. Bürger (aus dem Halberstädtischen l74894). Mit