Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
327
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RlCIILEK, Leopold Freiherr, Oberst-Lieutenant, war der Sohn eines Officiersdes 49. Infanterie-Regiments und zu Triest im Jahre 1754 geboren. Nach derStellung seines Vaters wurde ihm im 14. Lebensjahre eine k. k. Cadetenstelle imRegimente zu Theil. Er wohnte dem bayerischen Erbfolgekriege als Fähnrich,dem Türkenkriege als Oberlieutenant bei.

Bei der Berennung von Giurgewo am 2. Juni 1790 führte Richler eineAbtheilung Freiwilliger an, und besetzte mit diesen die Hauptgasse der Vorstadtbis zum Thor, auf welchen Posten die wiederholten feindlichen Ausfälle jedesmalmit dem besten Erfolge zurückgeschlagen wurden. Das Terrain näher rccognoscirend,gewahrte er einen Pass, in Avelchen der Feind durch einen geheimen Gang ein-dringen wollte, um dem Posten des Hauptmanns Gavasini in den Rücken zu fallen,und besetzte diesen zur rechten Zeit mit 40 Mann. Dadurch und durch das stand-hafte Ausharren seiner kleinen Schaar wurde der Feind in die Festung zurück-getrieben und Hauptmann Gavasini in den Stand gesetzt, sich durch volle 8 Stundenohne weitere Unterstützung behaupten zu können. In der Nacht vom 7. auf den8. Juni machte der Feind zwei mächtige Ausfälle auf die Kessel- und Stückbatterie,welche hauptsächlich durchRiclilers zweckmässige Vertheilung und Verwendungder Mannschaft und die erhaltene gute Ordnung im Gefechte vollkommen undtapfer zurückgeschlagen und die Gefahr für die Batterie abgewendet wurde.Richler erhielt das Ritt erkreuz, im Jahre 1792 den statutenmässigen Frei-herrnstand, und rückte im folgenden Jahre zum Hauptmann vor.

Die französischen Kriege gaben ihm weitere Veranlassung, seinen Eifer zubethätigen, und wenn er so glücklich war sich erneuert bemerkbar zu machen, wiebeispielsweise bei der kV iodercinnahmo der Zahlbacher Schanze, so konnte es auchbei der ihm angebornen Tapferkeit und dem rastlosen Eifer an mehrfachen Verwun-dungen nicht fehlen. Diese und die überstandenen Kriegsfatiguen bestimmtenRi clil er, schon im Juni 1801 mit Majors-Charakter in die Pension zu treten. So oftaber in der Folge das Vaterland bedroht erschien, war Richler immer der Erste,der seinen Arm zur Vertheidigung desselben darbot, so im Jahre 1805, wo er alsMajor bei dem 3. Infanterie-Regimente diente, im Jahre 1809, wo er das 1. Land-wehr-Bataillon des Viertels unter dem Wiener-Walde befehligte und sich nach derSchlacht von Aspern das Oberst-Lieutenants-Diplom erkämpfte; endlich im Jahre1813, da er das Commando des 1. Landwehr-Bataillons Deutschmeister über-nahm , im März 1814 zum Obersten vorrückte und in dieser Anstellung am22. December 1830 zu Wien sein Leben beschloss.

PKIIGGLACH, KarlFl-eiher rvon, Feldmarschall-Lieutenant, von einer adeligenschlesischen Familie, war zu Kosel im Jahre 1730 geboren. Schon im Jahre 1745war Prugglach bei dem 11. Infanterie-Regimente in die Armee getreten undhatte als Fähnrich an den letzten Feldzügen des Erbfolgekrieges Theil genommen.