306
PEJÄCSEYICII von Veröcze, Anton Graf, FeldmarscIiall-Lieutcnant, ans einemselir alten ungarischen, im Juli 1772 in den Grafenstand erhobenen Adelsgesclileclite,war der Gründer der dritten Linie zu Ofen; er erblickte das Licht der Weltzu Essegg und trat mit 18 Jahren als Unterlieutenant in das Kürassier-RegimentKarl Palffy. Binnen Jahresfrist stieg er zum Rittmeister und kam im Jänner1773 als Major in das Gradiskaner Grenz-Regiment. In dieser Eigenschaft wohnteer dem bayerischen Erbfolgekriege bei, rückte bald darnach zum Oberst-Lieute-nant und im April 1786 zum Obersten im 1. Banal-Grenz-Rcgimonto vor.
Während des Türkenkrieges behauptete der Graf, nur auf sein Regiment ange-wiesen, durch besondere Geschicklichkeit die ganze Cordonsstrecke gegen alle feind-lichen Unternehmungen sehr standhaft, und hatte namentlich am 13. August 1789einen mit 9000 Türken (zumeist Reiterei) unternommenen Ilauptangriff auf die C z e r-nopotoker Schanze mit nur sechs Compagnien, in einem eilf Stunden dauerndenGefechte, auf das tapferste zurückgeschlagen und dem Feinde wesentlichenVerlust beigebracht. Durch diesen glücklichen Erfolg blieb nicht allein das Innereder Grenzstrecke vor weiteren feindlichen Einfällen gesichert, sondern es wurdenauch die Hauptoperationen gegen die Festungen Dubicza, Novi und Czettin erleich-tert. Pejaesevich, welcher für diese That das Ritterkreuz zuerkannt erhielt,hatte schon früher mehrere gelungene Fouragirungen unternommen, so dass Feld-marschall Loudon ihm seine vollkommene Zufriedenheit zu erkennen gab.
Im Jahre 1793 rückte Pejaesevich zum General-Major vor und leistetebei der Rhein-Armee und in den Kriegen gegen Frankreich bis zum Frieden vonCampoformio weitere erspriessliche Dienste. Darnach kam er als Brigadier nachAgram, rückte 1801 zum Feldmarschall-Lieutenant vor, trat in die Ruhe, lebte aufseinen Gütern und verschied zu Verbetitz in Slavonien am 25. September 1802 im52. Lebensjahre.
HÄEING, Ferdinand Freiherr, Feldzeugmeister, war einer im Jahre 1575geadelten böhmischen Familie entsprossen und zu Neustadtl im Pilsner Kreiseam 8. März 1732 geboren. Er trat im zwanzigsten Lebensjahre als Kanonier in dieArtillerie. Den siebenjährigen Krieg machte Häring, wenn auch in den unterenChargen, doch mit gross er Auszeichnung mit, und zeigte namentlich in denSchlaclitenbei Prag, Breslau und Leuthen, in welcher er verwundet und gefangen wurde, dannin jenen bei Hochkirch, Maxen und Torgau, hier abermals blessirt, viel Muth undDiensteifer; besondere Entschlossenheit bewies er aber am Tage der BestürmungvonS chw ei dnitz im Jahre 1761, wo er den bedeckten Weg und die Hauptwerke derErste erstieg und den Stürmenden durch Zertrümmung der Thorc Gelegenheit zumEindringen in die Stadt verschaffte. Rouvroy belobte den wackeren Artilleristen,der endlich nach fünfzehn Dienstjahren am 27. Juli 1767 zum Unterlieutenant undim Mai 1774 zum Capitän-Lieutenant vorzurücken so glücklich war.