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1 (1857)
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TKALCSEVICH, Johana Freiherr, Hauptmann, -war in Slavonicn 1723geboren und bei den Broodcrn als Gemeiner eingetreten. Vor Genua 1747Fähnrich, unternahm Tkalcsevich mit 16 Freiwilligen einen Streifzug auf20 Meilen Entfernung von der Armee und kehrte mit 28 erbeuteten Maulthieronungefährdet zurück. Bei dem hierauf erfolgten Sturme auf jene Stadt wurde erverwundet.

In den siebenjährigen Krieg zog Tkalcsevich als Lieutenant, rückte aberschon 1760 zum Ilauptmann vor. Am 25. Juli d. J. hatte er bei dem DorfeIthadisch die Escortc von 12 mit Getreide beladenen nach Dresden bestimmtenSchiffen mit 147 Mann unversehens so kräftig angegriffen, dass die Bedeckungdie Flucht ergriff und die Schiffe in Stich liess. Er konnte, da 4 Bataillone mit6 Geschützen zur Unterstützung herbeieilten, nur 4 Schiffe in Sicherheit bringen,während er die übrigen in Brand steckte. Glücklich gelangte Tkalcsevich nachmanchem harten Kampfe mit der Beute zu dem Detachement des Obersten D ö n n h o ff,indem er mit grosser Besonnenheit der ihm von dem Feinde gestellten Umzingelungauszuweichen verstand. Das Getreide von den 4 Schiffen wurde auf Befehl des Feld-marschalls Daun unter das Brooder Regiment, die Szdehenyi-IIusaren und dieStabs-Dragoner vertheilt. Vier Tage nach diesem Handstreiche erhielt OberstD ö n n h o ff von seinen Kundschaftern Nachricht, dass in dem festen Schlosse Rieseein grosser Vorrath an Munition aufgespeichert liege, der zur Belagerung vonDresden bestimmt sei, dass jedoch die Besatzung nur aus einer Compagnie bestehe.Oberst Graf D ö n n h o f f machte dem Hauptmann Tkalcsevich den Antrag, diesesSchloss zu überrumpeln, wozu sich derselbe sogleich verstand. Er setzte sich mit

2 Compagnien Brooder und 20 Reitern, theils Szdchdnyi-Husaren, thcils Stabs-Dragoner, in Marsch, liess die Reiter durch die Elbe schwimmen, während er mitder Infanterie einen anderen Weg cinschlug, jedoch in der Art, dass das ganzeCommando, nachdem es die vorgeschobenen feindlichen Posten aufgehoben hatte,noch in der Nacht unbemerkt vor dem Schlosse anlangtc. Mit Tagesanbruch wurdeder erste Sturm versucht; er misslang und musste sechs Mal wiederholt werden,che Tkalcsevich Meister des Schlosses wurde, — so tapfer hielt sich dieBesatzung. Doch diese heroischen Anstrengungen wurden reichlich aufgewogen.

3 Offieiere und die ganze Besatzungsmannschaft mussten die Waffen strecken.150 Fässer Pulver, eine ungeheuere Zahl scharfer Flintenpatronen, ein grosserVorrath von Bomben fielen als Beute in seine Hände, die er jedoch, da an einFortschaffen nicht zu denken war, thcils in die Luft sprengte, theils in die Elbeversenkte. Das Gelingen dieses Coups war ein Grund mehr, dass Friedrich II.die Belagerung von Dresden aufheben musste. Tkalcsevich erhielt für dieschöne Tliat das Ritterkreuz und wurde 1763 in den Freiherrnstand erhoben.Nach dem Ilubertsburger Frieden trat er aus der Armee und starb zu Esseggam 12. März 1774.