Gas von fetten Oelen.
1193
Wasser und brenzliches Oel condensiren, zu dem Gasre-servoir geleitet. Der eiserne Cylinder erfüllt sich baldmit aus dem Oele abgesetzter Kohle, die mit den Stei-nen herausgenommen werden mufs; es werden anderefür eine erneuerte Operation eingebracht, zu welcher dascondensirte brenzliche Oel mit dem neuen letten Oel vor-theilhnft verbraucht werden kann. Statt des fetten Oelswendet man in Schweden ohne Ausnahme Pechöl unddiinnern Theer an. — Bei dieser Art von Gasbereilungist die Temperatur von besonders wichtigem Einflufs.Glüht der Eisencylinder, in welchen das Oel lallt, nurrolhbraun, so erhalt man weniger Gas und sehr vielbrenzliches Oel, ist er dagegen weifsglühend, so erhältman zwar sehr viel Gas, welches aber mit blauer, nichtleuchtender Flamme brennt. Es ist daher nothwendig,den Cylinder gerade rothglühend zu halten, wobei dieZersetzung am besten von statten gellt, und man diegröfste Ausbeute erhält. Nach den in England gemach-ten Erfahrungen erhält man von einer engl. Gallone fet-tem Oel von 97 bis 100 engl. Cubikfufs Gas, oder nacheiner runden Zahl, von 1 Gallone 100 Cubikfufs, welchesdas 750 fache Yolum vom angewandten Oel ist. Nachden über die Zusammensetzung dieses Gasgemenges ange-stellten Versuchen, enthält es ungefähr 30, selten 40 Pro-cent seines Volums ölbildendes Gas, und zuweilen nichtmehr als IS bis 25 Procent. Gas von Theer und Pechölenthält 25 Procent. Allein aufserdem enthält das Oel-gas noch eine bedeutendere Menge von einem flüchtige-ren Brandöl, als das Kohlengas, welches Oel mit demölbildenden Gas von Chlor condensirt wird, und welcheszum Leuchtungs-Vermögen des Gases beim Verbrennenbeiträgt. Henry fand, dafs ein recht gutes, in Lon-don aus Oel bereitetes Gas 0,906 spec. Gewicht hatte,durch Condensimng mit Chlor 0,38 verlor, 2,60 Sauer-stoffgas zum vollständigen Verbrennen brauchte und 1,58Kohlensäuregas gab. Das nach der Condensirung mitChlor übrig bleibende Gas hatte 0,606 specifisches Gew.,brauchte 1,52 Sauerstoffgas, und gab 0,91 Kohlensäuregas.