1192 Wachsül. Gas von fetten Oelen.
Endzweck, das Ueberkochen zu umgehen, welches fastunmöglich zu vermeiden ist, wenn man das Oel für sichbei raschem Feuer destillirt. Das erhaltene Oel ist dun-kelbraun, etwas dickflüssig und von unangenehmem Ge-ruch. Durch Destillation mit Wasser bekommt man esdünnflüssig und fast farblos. Das unreclificirte wird inder Thierheilkunde gebraucht. Das rectificirte soll, nachBüchner, giftig sein.
2. Wachsöl (Oleum ceraej. Man erhält es, wenngelbes, geschmolzenes Wachs mit einem gleichen Gewichtfeingeriebenen, ungelöschten Kalkes vermischt, und dieseMasse zu Kugeln geformt wird, die man aus einer eiser-nen Retorte destillirt. Bei dieser Destillation erhält man,neben einem säuerlichen Wasser, zuerst ein gelbes, dünn-flüssiges Oel, und hierauf, an der Stelle des Brantlharzes,ein butterähnliches Oel, die man für sich mehrere Malezusammen umdestillirt, bis sich das übergegangene Oelflüssig erhält. Es gehört zu den am wenigsten veränder-lichen, ist in Weingeist sehr schwerlöslich, etwas leichterlöslich in wasserfreiem Alkohol, welcher daraus Marga-rinsäure in weifsen, nachher krystallinisch werdendenFlocken abscheidet. Wird das Brandöl in warmem Al-kohol bis zur Sättigung aufgelöst und dieser langsam er-kalten gelassen, so schielst daraus Margarinsäure in wei-l’sen, blättrigen, glänzenden Schuppen an, die sich, wieWallrath, fett anfühlen und ganz geruchlos sind, wenn siegehörig ausgewaschen wurden. Sie schmilzt bei -f-5S°.
3. Gas von fetten Oelen. Man wendet bekannt-lich die wohlfeilen und schlechteren fetten Oele zur Gas-bereitung an. Diefs geschieht durch eine Art von zerstö-render Destillation, wodurch das Oel fast augenblicklichin Gas und zurückbleibende Kohle verwandelt wird. DerApparat hierzu besteht aus einem eisernen Cylinder, inwelchen man das Oel, nachdem er bis zu i mit zerschla-genen Ziegelsteinen gefüllt und bis zum Glühen erhitztworden ist, in sehr feinem Strahl einfliefsen lälst, wo essich dann in Berührung mit den glühenden Steinen zer-setzt ; das entwickelte Gas wird durch Gefäfse, worin sich