Zerstörung der Pfianzenstoffe durch Gährung. 929
Resultaten gelangt ist. Man hat sich damit begnügt, dielleduction zu beobachten, ohne die Natur der dadurchgebildeten Producte näher zu bestimmen.
II. Zerstörung der Pflanzenstoffe durchGährung.
Werden Pflanzenstoffe, mit Beibehaltung ihres natür-lichen Wassergehalts, dem Einflüsse der Luft ausgesetzt,oder wird auch blofs ihre Austrocknung verhindert, sofangen sie allmählich an, zersetzt zu werden, und diese,wie man sie nennen kann, freiwillige Zerstörung hat manGährung genannt. Die Pflanzenstoffe durchlaufen dabeimehrere bestimmte Perioden; bei den zuckerhaltigen bil-det sich zuerst Alkohol und Kohlensäure, und dieses Sta-dium wird Weingährung genannt; darauf werden sie sauer,indem sich Essigsäure in ihnen bildet, und diefs nennt manEssiggährung; und zuletzt werden fast alle Pflanzenstoffelangsam in Moder oder Humus verwandelt, was man diefaulige Gährung oder Fäulnifs nennt. Nur sehr wenigePflanzenstoffe durchlaufen alle drei Perioden; mehrerefangen mit der zweiten an, und die meisten haben nurdie letzte oder die Fäulnifs.
A. W c i n g ii h r u n g.
Diese Art von Gährung, welche wegen der Anwend-barkeit ihres Products, des Alkohols, allgemein mit Hülfeder Kunst eingeleitet wird, Jindet nur bei zuckerhaltigenPflanzensäften oder bei stärkehaltigen Pflanzenstoffen, indenen der Zucker, durch Einwirkung des Pflanzenleims,auf Kosten der Stärke gebildet wurde, statt. Alle Pflanzen-säfte, welche Rohrzucker, Traubenzucker oder Schwamm-zucker enthalten, fangen wenige Stunden nach ihrer Aus-pressung zu gähren an, wie ich schon bei der Zucker-gewinnung bemerkt habe; so lange sie aber noch in derPflanze eingeschlossen enthalten sind, erhalten sie sich un-verändert. Man kann z. B. abgepflückte reife Traubenin die Luft zum Trocknen aufhängen, wobei da3 Wasseraus dom darin einseschlossenen Saft abdunstet, so dafs die