650
Pflanzenfarben.
Pflanzenfarben.
Die lebenden Pflanzen prangen mit den schönstenFarben. Unzählbare Abänderungen von Grün zieren dieKronen der Bäume und bedecken die Wiesen. Die Far-ben der meisten Blnmenkronen sind schön und wetteifernmit den Regenbogenfarben an Glanz und Reinheit. Aberaufser diesen beherbergen die Pflanzen in ihrem Innerengefärbte Stoffe, welche die Kunst aus ihnen auszieht, umsie auf Zeugen von Wolle, Seide, Baumwolle und Lei-nen zu befestigen. In der Kenntnifs dieser Farbstoffe unddie Kenntnifs der Methoden, sie auszuziehen und zu be-festigen, besteht die Färbekunst, die sich im Ganzen mitlauter chemischen Erscheinungen beschäftigt, die indes-sen mitunter von sehr verwickelter Beschaffenheit sind.
Es lassen sich keine allgemeine chemische Charaktere,die auf alle vegetabilische Farbstoffe passen, angeben.Die einzigen, unter die sie sich bringen lassen, sind:1) dafs sie gefärbt sind, und 2) dafs diese Farben vonChlor, und gewöhnlich ziemlich bald vom Sonnenlichteoder von einer hohen Temperatur, die jedoch zu ihrerVerkohlung oder Verbrennung nicht hinreichend wäre,unwiederbringlich zerstört werden. Auch schweflichteSäure bleicht die meisten Pflanzenfarben; cliefs beruhtaber auf der Entstehung einer ungefärbten Verbindungzwischen dem Farbstoff und der Säure, die sich wiederzersetzen läfst, so dafs der Farbstoff frei wird. Die Pflan-zenfarben nach allgemeinen, chemischen Eigenschaften,z. B. in extraktartige, harzartige u. s. w., einzutheilen, giebtkeinen recht anwendbaren Grund der Classification; dennviele Farbstoffe verhalten sich so eigenthiunlich, dafs sienicht mit anderen zusammenstellbar sind. Ich werde da-her hier die gleichgefärbten zusammen anführen.
a) Rotlie P f 1 a n z e n f a rb e n.
Krapp, Färberröthe, ist die Wurzel von Rubiatinctorum, die in Klein-Asien und an mehreren Ortenin Europa cultivirt wird. Der levantisclys ist der beste.
Man