In Alkohol lösliches Brandextrakt. 1157
aber dieses schmeckt von anhängendem Brandharze nochein wenig bitter.
Dieser extraktähnliche Stoff, welchen ich Brand-extrakt nennen will, zeigt folgendes Verhalten:
aj Das in Alkohol lösliche Brandextrakt istnach dem Verdunsten dick, weich, braun und durchsichtig,und wird, wenn man es in der Wärme stehen hilst, end-lich hart, so dafs man es zu Pulver zerreiben kann, wo-bei es völlig der Aloe hepatica gleicht. Es reagirt sauer,schmeckt ein wenig bitter und hat keinen Geruch. BeiWiederauflösung in Wasser hinterläfst es einen Absatz,und zwar wiederholt nach jedesmaliger Eintrocknung, wiees bei gewöhnlichem Extrakt der Fall ist. Bei derDestillation giebt es Brandöl, ßrandharz und eine saureFlüssigkeit, die schwache Spuren von Ammoniak enthält;wenn man es aber vor der Abdunstung mit Kalkhydratvermischt, damit scharf eintrocknet und nun destillirt, sogiebt es eine ammoniakalische, schwachgefärbte Flüssig-keit und ein brenzliches Oel, wie das von einem thieri-schen Stoff. Dieser Stoff enthält folglich Stickstoff inseiner Zusammensetzung, aber, wenn er für sich destillirtwird, geht eine andere Verbindung über, als wenn Kalk-erde zugegen ist. Von Salpetersäure wird er zersetzt,ohne dafs sich Bitterstoff bildet. Die Auflösung desselbenin Wasser ist gelbbraun. Sie wird von Bleiessig undZiunchlorür gefällt, von schwefelsaurem Eisenoxyd aber,ohne dafs sich etwas fällt, nur schwarzgrün gefärbt, vonGalläpfelinfusion schwach getrübt, von Cyaneisenkaliumaber nicht gefällt. Sättigt man die freie Essigsäure mitAmmoniak, und verdunstet das überschüssige Ammoniakdurch Eintrocknen, so wird die Auflösung durch Queck-silberchlorid und durch salpetersaures Quecksilberoxydulgefällt, aber der Niederschlag bildet sich erst nach eini-gen Augenblicken und setzt sich langsam mit braunerFarbe ab. Durch Galläpfelinfusion wird sie mit weifs-grauer Farbe gefällt, so dals, wenn die Flüssigkeit nichtsehr verdünnt war, die Masse coagulirt. Der Nieder-schlag ist am reichlichsten, wenn auch in der Galläpfel-