Druckschrift 
3,2 (1828)
Entstehung
Seite
1127
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Naphtha und Petroleum oder Steinüh 1127

auf, dagegen aber verschiedene Harze, wie z. IS, das eineHarz im Colophon; sie löst in der Wärme kaum ihresGewichts Gummilack und Copal, und Bernstein gar nichtauf. Wachs zerfällt darin, löst sich aber in der Kältewenig auf; in der Wärme vermischen sie sich in allenVerhältnissen, Cautschuck schwillt darin auf, aber dieNaphtha löst kaum _ 5 ' 5S ihres Gewichts davon auf; imKochen etwas mehr» Ich verweise übrigens auf Caut-schuck pag. 646.

Die Zusammensetzung der Naphtha ist von de Saus-sure untersucht worden. Er liefs 94,5 Milligramme Naph-tha in einem grofsen Ueberschufs von Sanerstoffgas ver-dunsten, fügte ein kleines, aber genau bestimmtes VolumWasserstoffgas hinzu und verbrannte das Gemenge durchden elektrischen Funken. Er fand dann, dafs die Naph-tha, nach Abzug des vom Wasserstoffgase verzehrten Sauer-stoffs, 217,7 Cubik-Centimeter Sauerstoffgas aufgenommenhatte, wovon 153,9 C. C. hatten Kohlensäuregas und 63,8C. C. Wasser gegeben. Diese 153,9 Volumtheile Kohlen-säuregas enthalten ihr halbes Volum Kohlenstoff, und die63,S Gewichtstheile Sauerstoffgas entsprechen ihrem dop-pelten Volum Wasserstoffgas. Dadurch wird das Verhält-nifs vom Volum des Kohlenstoffs zu dem des Wasserstoffs— 77 : 12S, was genau wie 3 : 5 ist. Daraus folgt also,dafs die Zusammensetzung der Naphtha durch C’ll 5 aus-gedrückt werden kann, dafs ihr Atom 260,51 wiegt, unddafs sie in 100 Theilen besteht aus S8,02 Kohlenstoff und11,98 Wasserstoff. Nimmt man an, dafs sich 3 Vol. Koh-lenstoff und 5 Vol. Wasserstoff zu einem Volum condensirthaben, so wird das spec. Gewicht ihres Gases 2,S72. Wirhaben gesehen, dafs es de Saussure zu 2,833 fand.

Im Canton Neufchatel kommt bei Travers ein vonBitumen durchdrungener kohlensaurer Kalk vor, aus demman ersteres abdestillirt, wodurch man ein dickes, zähesDestillat von sehr unangenehmem Geruch erhält. Wirddiese Masse nachher noch einmal destillirt, so giebt sieeine übelriechende Naphtha und hinterläfst eine Art vonBergtheer, den man in der Schweiz als Wagenschmiere