Druckschrift 
3,2 (1828)
Entstehung
Seite
1126
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1126 Naphtha und Petroleum oder Steinöl.

Sie löst im Kochen ungefähr ihres Gewichts Schwefelauf, der daraus beim Erkalten in schönen, glänzendenNadeln anschiefst, die beim Herausnehmen zerspringen undden Glanz verlieren. Sie löst im Kochen ungefähr -'j.ihres Gewichts Phosphor auf; beim Erkalten setzt sich einTheil Phosphor in Tropfen oder pulverförmig ab, abernach einigen Tagen bilden sich in der Auflösung prisma-tische Krystalle von Phosphor. Sie löst £ ihres GewichtsJod auf. Chlor hindurch geleitet, zersetzt dieselbe, unterBildung von Salzsäure, die tlieils als Gas sogleich ent-weicht, theils die Flüssigkeit rauchend macht. Wird dieSalzsäure daraus durch Wasser weggenommen, so bekommtman ein, im Aeufseren der Naphtha ähnliches Oel, abervon 0,8S4 spcc. Gewicht, das etwas weniger brennbarund in wasserfreiem Alkohol leichter löslich ist, als reineNaphtha, auch durch Einwirkung der Säuren leichter ver-ändert wird. In der Kälte wirkt concentrirte Schwefel-säure auf Naphtha gar nicht, und in der Wärme nur un-bedeutend ein. Rauchende, farblose Salpetersäure wirderst in der Wärme davon gelb, scheint aber im Uebrigendie Naphtha nicht zu verändern. Hierdurch läfst sich leichteine Verfälschung mit Terpenlhinöl entdecken, denn einedamit gemengte Naphtha färbt die Säure in wenigen Mi-nuten braun. Von Chlorwasserstoffsäuregas absorbirt dieNaphtha ihr 2 t-fach es Volum, ohne sich aber zu verän-dern. Kaustische Alkalien vereinigen sich nicht damit,und sie absorbirt ohne alle Veränderung ihr 2tfäches Vo-lum Ammoniakgas. Es ist bekannt, dafs man die Naph-tha zur Aufbewahrung des Kaliums anwendet, weil siekeinen Sauerstoff enthält. Auch verändert sich das Metalldarin nicht, wenn das Gefäfs gehörig verschlossen ist; hataber die Luft Zutritt, so wird die Naphtha, wie andereFlüssigkeiten, davon durchdrungen, das Kalium oxydirtsich dann auf Kosten der Luft und umgiebt sich mit einerdicken, braungelben, in der Naphtha unlöslichen Masse,die eine Verbindung von Kali mit einer durch Mitwir-kung desselben vielleicht oxydirten Naphtha ist.

Die Naphtha löst Zucker, Gummi und Stärke nicht