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Die sogenannten weifsen Weine sind bekanntlich ei-gentlich alle gelb, dnnkelgelb oder gelbbraun, und dieseFarbe rührt von darin aufgelöstem Extraktivstolf her.Eine dunklere Farbe giebt gewöhnlich einen stärkerenWein, der aus einem concentrirteren und an Extraktiv-stoJT reicheren Saft entstanden ist, zu erkennen.
Der Geschmack des Weines hängt zum Theil vomAlkohol ab; aber Weine von verschiedenen Arten habengewöhnlich auch verschiedenen Geschmack, was von den,aufser dem Alkohol im Weine enthaltenen, anderen Be-standtheilen abhängt. Unzerstörter Zucker macht die Weinesüfs; ein eigenthümlicher Bestandteil in den sogenanntenMuscatellertrauben bleibt bei der Gährung unverändertund erlheilt dem Muscatwein seinen Geschmack; freieWeinsäure,.saures weinsaures Ivali, und, bei verdorbenenWeinen, Essigsäure machen den Wein sauer *). Im All-gemeinen werden die Weine auf der nördlichen Gränzefür die Cultur der Weintrauben sauer, und in wärmerenGlimaten alkoholreicher oder, wie man gewöhnlich zu sa-gen pflegt, stärker.
Einige Weine werden, wenn sie noch vor beendigterGähi ung auf Flaschen gefüllt werden, dadurch moussirend.Diefs beruht darauf, dafs das sich bildende Kohlensäure-
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*) Ehemals pflegte man mitunter die Säure im Weine durch hinein-gelegtes Blei wegzunehmen, wodurch etwas Bleizucker entstand,welcher den Wein stifs machte. Die giftigen Wirkungen einessolchen bleihaltigen Weines gaben zur Ausmittelung von stren-gen Proben Anlafs. Man fand eine solche in einer Auflösung vonSHnvefelcalcium in verdünnter Salzsäure oder Weinsäure, wo-durch das Blei als Schwefelblei mit schwarzer Farbe niederge-schlagen wurde, während ein etwaiger Eisengehalt im Weine inder Salzsäure aufgelöst blieb. Von dieser Verfälscliungsart hatman wohl heut zu Tage keine Beispiele mehr, und wenn Weinsauer zu werden anfängt, so nimmt man die Saure durch Einbla-sen weg, was so geschieht, dafs man, mittelst eines Blasebalgs,Luft lauge durch den Wein bläst. Dabei riecht die aus demWeiu-fafs kommende Luft nach Essig, und der Wein wird wenigersauer, aber schwächer. — Weine, welche in Folge der freienSäure im Traubensuft sehr sauer sind, werden kurz nach demAuskeltern durch Zusatz von Kreide verbessert, wodurch wein-saurer Kalk niedergeschlagen wird.