Druckschrift 
3,2 (1828)
Entstehung
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"Wein.

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erdegehalt niedergeschlagen wird. Die Tlionerde wirddann mit dem Farbstoff des Weins gefällt und bildet da-mit eine Lackfarbe von verschiedener Nuance, je nachder ungleichen Farbstoffart, und die, durch überschüssigzugesetztes Kali, eine andere, für die verschiedenen Farb-stoffe verschiedene, Farbennüance bekommt. Um einesolche Weinprobe zu machen, mufs man ächten rothenWein zur Vergleichung haben, weil es niemals möglichist, sichere Vergleichungen mit Farben anzustellen, dieman nur im Gedächtnifs hat. Diese Vergleichung ge-schieht am besten 12 bis 24 Stunden nach dem Nieder-schlagen. Nees von Esenbeck giebt an, dafs, bei An-stellung dieser Probe mit ächtem rothen Wein, der Nie-derschlag von Thonerde mit dem Farbstoff schmutzig-grau, mit einem deutlichen Stich in’sRothe, ausfiel, wäh-rend die Flüssigkeit, in dem Maafse der Ausfällung derThonerde, fast farblos wurde. Bei Ueberschufs von Kaliwird der Niederschlag aschgrau und die Farbe löst sichin der Flüssigkeit auf, die davon braun wird. Portionenvon demselben Wein, mit andern rothen Farbstoffen nochmehr gefärbt, gaben folgende Reactionen. Mit den Blät-tern von Papaver Rhoeas: graubrauner Niederschlag, dieFlüssigkeit behielt einen Theil ihrer Farbe, und überschüs-siges Kali machte den Niederschlag schwarzgrau; mit denBeeren von Lignstrum vulgare: violettbrauner Niederschlagund violette Flüssigkeit; ersterer wurde von überschüssi-gem Kali bleigrau; mit den Blumenblättern von rothenStockrosen, ALcea rosea, dieselbe Reaction; mit Heidel-beeren: blaugrauer Niederschlag, dessen Farbe von Kalinicht besonders verändert wurde; mit den Beeren vonSambucus Ebulus: violetter Niederschlag und eben so dieFlüssigkeit, ersterer wurde von Kali dunkel blaugrau;mit Kirschen: schön violetter Niederschlag; mit ßrasilieu-liolz: violeiigrauer Niederschlag; mit Fernambuk: rosen-rother Niederschlag. Bei der Färbung des Weines ist esgleichgültig, ob sie vor oder nach der Gährung gescholtenist, weil die Reactionen des Farbstoffs in Folge des Gäh-rungsprozesses nicht verändert werden.