Auflösung der Gase in Flüssigkeiten. 435
fahr ein ähnlicher Unterschied statt finde, wie bei denfesten Körpern, von welchen manche in grofser Menge,andere nur in geringer Menge vom Wasser aufgenommenwerden. Dalton glaubte ein bestimmtes Verhältnffs auf-gefunden zu haben, in welchem die Gasarten von dünn-flüssigen Liquidis aufgenommen würden, welchen ersämmtlich ein gleiches Absorptionsvermögen zuschrieb.Dieses Yerhältnifs betrug, nach seiner Meinung, entwe-der ein gleiches Volumen mit der Flüssigkeit, oder j-,-l-, T i F von dem Volumen desselben, welche Zifferndie Cubikzahlen von i, i, und sind. Die Ursachedavon konnte er, seinem eigenen Geständnisse nach, nichteinsehen, wollte aber doch diese Verhältnisse durch Ver-suche wirklich aufgefunden haben. Spätere Untersuchun-gen haben jedoch dargethan, dafs diese Angaben gänzlichunrichtig sind und mit der Erfahrung nicht überein-stimmen.
Die besten und fast einzigen Versuche von wahrhaftwissenschaftlichem Werthe, welche wir über das Einsau-gen der Gase in Flüssigkeiten besitzen, sind die, welcheneuerlich Saussure d. J. angestellt hat. Er fand, dafsDalton sich geirrt habe, und es ist, nach seinen Versu-chen, höchst wahrscheinlich, dafs das Einsaugen der Gas-arten vom Wasser eine ganz analoge Erscheinung mit derAbsorption derselben von porösen festen Körpern (z. B.Kohle) sei. Saussure bediente sich zu seinen Versu-chen eines luftfreien Wassers, und fand, dafs die Luft,durch ein, mehrere Stunden lang fortgesetztes Kochen,zwar nicht absolut, aber doch fast gänzlich daraus ver-trieben werden könne. Dasselbe geschieht auch bei ari-deren Flüssigkeiten, wiewohl die Luft in sofern wenigervollkommen aus ihnen vertrieben wird, als sie bei ver-liältnifsmäfsig niederer Temperatur kochen, so dafs Alko-hol und Aether weniger von der Luft befreit werdenkönnen, als das Wasser. Auch unter der Luftpumpeläfst sich die Luft herausziehen, doch weniger vollkom-men, als durch Kochen.
Saussure befreite mehrere Flüssigkeiten so vollkom-
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