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Gewinnung des Sauerstoffgases.
Die Anzahl der Metalloide ist so beschränkt, dafs Unter-abtheilungen von ihnen von wenigem oder keinem Nutzensind. Ich darf jedoch hier nicht zu erwähnen vergessen,dafs sie, nach gemeinschaftlichen Eigenschaften, wirklichin 3 Klassen zerfallen, nämlich:
1) in beständig gasförmige (Gazolyta)-. Sauer-stoff, Wasserstoff und Stickstoff;
2) in eigentliche Metalloide: Schwefel, Phos-phor, Kohle, Bor und Kiesel; und
3) in salzbildende (HalogeniaJ: Chlor, Fluorund Jod.
1. Sau er s t off.
Der Sauerstoff kann für sich allein nicht in festeroder flüssiger Gestalt, sondern nur in Gasform dargestelltwerden. Er findet sich gasförmig in der Atmosphäre ent-halten, von welcher er etwas mehr als itel ausmacht,und geht als Bestandtheil in die meisten unorganischenZusammensetzungen, so wie in alle organische Körper ein.Dieser merkwürdige Stoff wurde im J. 1774 zu gleicherZeit von Scheele und von dem Engländer Priestleyentdeckt, und von hier an datirt sich auch die Geburteiner verbesserten Theorie der Chemie.
Um das Sauerstoffgas rein und frei von allen bedeu-tenden Beimengungen anderer Stoffe zu erhalten, pflegtman es gewöhnlich aus seinen Verbindungen mit verschie-denen Metallen durch Glühen auszuscheiden.
1) Man legt in eine kleine Glasretorte 100 Gran(etwas weniger als | Loth) rothes oxydirtes Quecksilber,welches man in den Apotheken unter dem Namen Hydrar-gyrum praecipitatum rubrum erhält, und setzt an dieOeffnung der Pietorte ein gekrümmtes Glasrohr an, wieFig. 1. Taf. II. zeigt. Dieses kann mit Werg oder Korkeingekittet und dann mit etwas feuchter Blase umwickeltwerden. Das Glasrohr wird in eine Schaale mit Wassergeleitet, in welches man eine, ebenfalls mit Wasser ge-füllte Flasche (Fig. 2.) umgestürzt hineinstellt, die von