Druckschrift 
1,1 (1825)
Entstehung
Seite
164
Einzelbild herunterladen
 

164 Unorganische Chemie.

Verbindungen nur durch den, für uns vollkommen tinbe-greiflichen Einflufs des Lebens gebildet werden können,und weshalb sie der Gegenstand einer ganz eignen che-mischen Lehre sind. Die Beschreibung der einfachen Kör-per und ihrer Verbindungen zerfällt folglich in zwei be-stimmt unterschiedene Theile, in die unorganischeChemie und in die organische Chemie. Da dasStudium der letzteren ohne eine gründliche Kenntnifs derersteren ganz unmöglich ist, so werde ich zuerst das Ver-halten der wägbaren Körper in der unorganischen Natur,d. i. im Mineralreiche und bei den Versuchen, welchewir mit ihnen anstellen, oder in der Anwendung, welchewir davon machen, durchgehen.

Unorganische Chemie.

Bei Beschreibung der einfachen Körper ist es einesehr große Erleichterung für das Gedächtnifs, sie, nachirgend einem Principe, in mehrere Klassen einzutheilen.Die Gründe für eine solche Eintheilung können mehrfachsein. Die Wahl beruht auf dem Endzwecke, den manbeabsichtigt. Das Ziel, das ich hier suche, ist, dem Anfän-ger zur Eindringung in die Wissenschaft die gröfste Er-leichterung zu verschaffen, und ihn, während er durchihr Studium eine grofse Anzahl von Thatsachen einsam-melt , endlich zur Kenntnifs ihres wissenschaftlichen Zu-sammenhanges zu leiten.

Wir haben in dem Vorhergehenden gesehen, dafs beiEntladung der elektr. Säule durch flüssige Körper gewisseKörper sich gewöhnlich an dem positiven Pole, und anderean dem negativen ansammeln. Der Sauerstoff geht immerund ohne Ausnahme zu dem positiven, und Kalium immerund ohne Ausnahme zu dem negativen Pole. Diefs giebtuns eine Art an, die Körper zwischen diesen beiden Ex-tremen zu ordnen, je nachdem sie bei Zersetzung ihrer Ver-bindungen häufiger zu dem einen als zu dem andern Polegehen, und wodurch eine Reihe zwischen Sauerstoff und