Druckschrift 
1,1 (1825)
Entstehung
Seite
364
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364 Krystallisalion des Wassers.

Clarke fand an einer Stelle, wo der feine Nebel einesWasserfalles, bei einer lange anhaltenden Temperatur von.0°, 5, Eiszapfen an einem überhängenden| Brückenbo-gen gebildet hatte, rhomboedrische Krystalle mit Win-keln von 60° und 120°. Oefter hat man reguläre sechs-seitige Prismen gefunden, aber fast nie mit Endspitzen,und Smithson giebt an, Eiskrystalle gefunden zu habenin Form doppelsechsseitiger Pyramiden, an denen die bei-den Zuspitzungen Winkel von 80° mit einander bildeten.Alle diese Formen gehören der rhomboedrisclien Grund-foim an.

Bei völliger Ruhe wird ein weit niedriger Wärme-grad, als der Frostpunkt, zur Versetzung des Wassers indie feste Gestalt erfordert, und ich habe schon oben er-wähnt, dafs es bei völliger Ruhe mehrere Grade unter 0°seine flüssige Gestalt beibehalten kann, und erst dann er-starrt, wenn man es umschüttelt. Im luftleeren Raumegefriert das Wasser niemals eher, als bis es fast bis5°erkaltet ist, erwärmt sich aber im Augenblicke der Er-starrung wieder bis zu o°.

Das Eis macht die weniger gewöhnliche Ausnahmevom Verhalten zwischen dem flüssigen und festen Zu-stande, dafs es leichter, und folglich dem Volum nachgröfser ist, als ein gleiches Gewicht flüssigen Wassers.Sein spec. Gewicht ist 0,916, und bisweilen noch gerin-ger. Die Ursache dieser Ausdehnung des gefrornen Was-sers ist uns unbekannt; sie fängt schon vier Grad überdem Gefrierpunkte an, und nimmt allmählich zu, bis dasWasser gefriert, wo es sich auf einmal sehr bedeutendausdehnt. Ein Theil dieser Ausdehnung rührt von einerzufälligen Ursache her, welche das specifische Gewicht desEises geringer macht, als es sonst sein würde. Diese Ur-sache ist, dafs das Wasser eine bestimmte Menge Luftenthält, welche keine feste Gestalt annehmen kann, son-dern während des Gefrierens in unendlich feinen Luft-bläschen ausgesondert wird, die das Eis undurchsichtigmachen und dem blofsen Auge deutlich sichtbar sind.Man hat versucht, das Wasser durch Kochen oder unter