Druckschrift 
1,1 (1825)
Entstehung
Seite
365
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Wärmeleitang und Elektricilät des Eises. 365

der Luftpumpe von dieser Luft zu befreien, dessen un-geachtet aber das Eis immer blasig gefunden. Indessenkann man, wenn man destillirtes Wasser in einem klei-nen Glaskolben lange kocht, so dafs die Luft aus demoberen Theile des Kolbens ausgetrieben und durch Was-sergas ersetzt wird, dann aber den Kolben während desKochens luftdicht verkorkt, nachher durch Gefrieren die-ses Wassers eine völlig luftfreie und durchsichtige Eis-masse erhalten, in welcher sich das Eis vom Wasser nurdurch die Zurückwerfung des Lichtes, von den Krystall-flächen des Eises, unterscheiden läfst. Allein selbst die-ses Eis ist leichter, als Wasser. Die Ausdehnung des Ei-ses geschieht mit solcher Kraft, dafs eine kupferne Kugeloder ein Flintenlauf, wenn man sie voll Wasser füllt undstark zupfropft, beim Gefrieren des Wassers zerspringen.

Wasser, welches andere Stoffe, z. B. Salze, Säuren,Alkohol u. dgl. mehr enthält, gefriert, mit wenigen Aus-nahmen, langsamer, und das zwar um so mehr, je mehres von diesen Beimengungen enthält. Wenn ein Theileiner solchen Auflösung gefriert, so friert gewöhnlich fastnur das Wasser und die rückständige Auflösung ist dannum so viel mehr concentrirt. Daher pflegt man auf dieseWeise, z. B. Essig und Citronensaft, zu concentriren.

Das Eis ist wärmeleitend für alle Wärmegrade un-ter 0°, wiewohl es die Wärme sehr schlecht leitet. Ueberden Frostpunkt hinaus saugt es den WärmestofF ein undverwandelt sich dadurch in Wasser. Durch Reiben kannes elektrisch werden und ist sonach ein Nichtleiter für dieElektricilät. Wenn das Eis aufthaut, erhalten sich dieregelmäfsigsten Krystalle, nebst den zuerst gebildeten Na-deln, länger, als das übrige, minder regelmäfsig ange-schossene. Beim Schmelzen zu Wasser von 0° Tempera-tur bindet es eben so viel WärmestofF, als zur Erwär-mung einer gleichen Menge eiskalten Wassers bis -j- 80°erforderlich sein würde.

Das Wasser in flüssiger Gestalt ist, wie alle Flüssig-keiten, wenig elastisch, und läfst sich so unmerklich we-nig zusammendrücken, dafs man es für unmöglich gehal-