Druckschrift 
1,1 (1825)
Entstehung
Seite
361
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Künstliche WasscrLildung. 361

über die Neigung der Gasarten, sich mit atmosphärischerLuft zu vermengen, angeführt habe, sieht man leicht ein,dafs ein Theil des Sauerstoffgases sich mit der Luft men-gen müsse, ehe diese oben heraus getrieben wird; alleinman sieht leicht, ob die Glocke mit Sauerstoffgas ange-füllt ist, wenn man der kurzen Röhre einen glimmendenSpahn nähert, der sich im Sauerstoffgase mit der gewöhn-lichen Heftigkeit entzündet, sobald die Luft völlig ausge-trieben ist und das Sauerstoffgas zu entweichen anfängt.Gebraucht man die Vorsicht, etwas Sauerstoffgas ausströ-men zu lassen, so wird die an Sauerstoffgas reichereatmosphärische Luft, welche sich über dem einströmendenreinen Sauerstoffgas bildete, zugleich mit ausgetrieben,und das Gas in der Glocke wird um so mehr vom Stick-stoffe befreit. Nun werden die im Gasbehälter befestig-ten gekrümmten Glasröhren zusammen in ein, zur Hälftemit Quecksilber gefülltes Glas gestellt, wie Fig. 21. Taf. II.zeigt. Der Wasserstoffgas-Behälter wird nun geöffnet,und das hervorströmende Gas angezündet, wobei manmittelst des Ventils das Ausströmen so zu leiten sucht,dafs die Flamme nicht zu grofs wird. Hierauf wird derKork aus der mit Sauerstoffgas gefüllten Glasglocke her-ausgenommen und diese schnell über die Röhren gestürzt,so dafs das offene Ende der Glocke in das Quecksilberzu stehen kommt. Dabei wird zugleich das Ventil desSauerstoffgas-Behälters geöffnet, jedoch mit der Vorsicht,dafs nur i so viel Sauerstoffgas als Wasserstoffgas in dieGlocke ströme, weil sich aufserdem diese mit mehr Sauer-stoffgas anfüllt, als der Wasserstoff zu verzehren vermag,das Quecksilber niedergedrückt wird und die Gase durchdie Oeffnung herausdringen. Das Wasser, welches sichbildet, wird von der Glocke abgekühlt, setzt sich an denWänden derselben in Dampfgestalt an, fliefst endlich inTropfen herunter und sammelt sich in den Vertiefungender Glocke bei b Fig. 20. A. Je langsamer der Versuchvon statten geht, desto weniger wird die Glocke erhitzt,und desto vollkommener glückt derselbe.

Das Wasser, welches man dabei erhält, schmeckt ge-