360 Künstliche Wasserhiklung.
nen Sauerstoff entsprach. Man hatte also sowohl durchZusammensetzung, als durch Zerlegung des Wassers, über-einstimmende Resultate erhalten. Ich werde hier nocheinen Versuch anführen, bei welchem die Erzeugung desWassers durch Verbrennen de3 Sauerstoff- und Wasser-stoffgases mittelst eines sehr einfachen Apparats bewerk-stelliget werden kann, der aber freilich keine solche Ge-nauigkeit zuläfst, dafs die Producte gewogen werdenkönnten.
Man bereitet sich Sauerstoff- und Wasserstoffgas aufeine der vorher beschriebenen Weisen, und fängt dieseGase, jedes für sich, in solchen Gasbehältern auf, wieich im Anhänge unter diesem Artikel beschreiben werde.An das Ableitungsrohr dieser Behälter befestiget man, mit-telst eines biegsamen Zwischenrohrs von elastischem Gummi,eine Glasröhre, die so gebogen ist, wie Fig. 21. Taf. II.zeigt. Zugleich läfst man sich eine Glocke von Krystall-glas blasen, die wie Fig. 20. A. gestaltet ist. Diese Glockemufs bei Anstellung des Versuches inwendig völlig trockensein, und wird deshalb, um Wasser und Quecksilbergänzlich entbehren zu können, auf folgende Weise mitSauerstoffgas gefüllt. Man stürzt nämlich die Glocke, wiein Fig. 20. B., um, und setzt in ihre, nach oben ge-kehrte, weitere Oeffnung, einen gut passenden Kork ein,in welchen man vorher zwei Löcher gemacht hat. Durchdas eine dieser Löcher wird eine, bis zu dem Pfropfeder unteren Oeffnung der Glocke gehende Glasröhre ein-gesetzt, deren oberes (wie in der Figur) gekrümmtesEnde miLtelst eines Rohres von Kautschuck in dem Ablei-tungsrohre des Sauerstoffgas - Behälters befestiget wird.Durch das andere Loch wird eine kurze Glasröhre ge-steckt , die in der Glocke nicht aus dem Korke hervor-steht, sondern mit diesem sich endiget. Man läfst nunSauerstoffgas, anfangs langsam, dann schneller in dieGlocke einströmen; durch seine Schwere senkt es sich zuBoden und treibt die leichtere atmosphärische Luft obenzu der kurzen Röhre heraus, wie ich es bei der Darstel-lung des Chlorgases erwähnt habe. Aus dem, was ich