Meteore. Feuerkugeln. 351
geschüttelt werden, geht die Zersetzung weit schneller vorsich. Hierbei ist aber zu erinnern, dafs das Schwefelkaliumin kaltem, nicht in kochend heifsem Wasser gelöst wer-den mufs, weil es sonst beim Schütteln in der Eudiome-terprobe einen Theil des durch Kochen ausgetriebenenStickstoffgases wieder aufnimmt, und dadurch die Ab-sorption zu grofs wird.
Man hat lange, wiewohl ohne hinreichende Gründe,angenommen, dafs die Atmosphäre 0,01 ihres Volumenskohlensaures Gas enthalte. Diefs ist bisweilen in solchenRäumen der Fall, wo Menschen oder Thiere leben, wosich viele Lichter befinden, oder Kohle langsam verbrennt,wie in unseren Stubenöfen, wenn die Klappe des Zug-rohres verschlossen ist; in freier Luft hingegen steigt die-ser kohlensaure Gehalt nicht bis zu 0,001. Dal ton hatneuerdings bewiesen, dafs die Luft nicht mehr als 5-^5^ihres Volumens an kohlensaurem Gase enthält. Man un-tersucht die Anwesenheit dieses Gases mittelst Kalkwasser,welches dadurch getrübt wird und kohlensauren Kalkabsetzt. Allein diese Probe mufs mit sehr grofsen Men-gen Luft gemacht werden, weil sonst das Volumen desverzehrten kohlensauren Gases kaum wahrnehmbar wird.Auch geschieht es wohl, dafs das Kalkwasser, wenn esdurch Kochen frisch bereitet wird, während des Versuchsdie durch Kochen ausgetriebene Luft wieder aufnimmt,und man daher einen weit gröfsern Gehalt an Kohlen-säure gefunden zu haben glaubt.
Ehe ich die Beschreibung der atmosphärischen Luftverlasse, werde ich erst noch einige Worte über dieFeuer- und Lichterscheinungen sagen, die sich in ihrzutragen und deren Natur uns gröfstentheils noch verbor-gen ist.
1) Feuerkugeln. Zuweilen sieht man in der At-mosphäre eine grofse leuchtende Kugel, deren Licht zu-weilen in’s Rothe fällt, die sich mit grofser Schnelligkeitbewegt und einen glänzenden Schweif von Funken nachsich zieht. Die Gröfse dieser Kugeln ist verschieden; baldhaben sie nur die Hälfte von dem scheinbaren Durch-
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