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1,1 (1825)
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Wie wird das absorb. SaucrstofTg. ersetzt. 345

reduciren können, wofür die Chemie kein entsprechendesBeispiel anzuführen vermag.

Die atmosphärische Luft ist daher kein gasförmigesStickstoffoxydul, sondern ein mechanisches Gemenge vonStickstoffgas und Sauerstoffgas.

Bestände die atmosphärische Luft blofs aus Sauer-stoffgas, so würden die Thiere, durch die übermäfsigeOxydation des Bluts in ihren Lungen, schnell darin ster-ben, und die geringste Unvorsichtigkeit mit Feuer würdeden gröfsten Theil der Erdoberfläche schnell in Brandsetzen. — Auf welche Weise übrigens das, bei allenorganischen und unorganischen chemischen Prozessen, un-aufhörlich verzehrt werdende Sauerstoffgas wieder ersetztwerde, ist uns völlig unbekannt. Wir kennen keineneinzigen desoxydirenden Prozefs, welcher zur Wiederent-wickelung alles gebundenen Sauerstoffes und zur Erhal-tung der niemals veränderlichen Proportionen zwischenden beiden Gasen grofs und allgemein genug wäre. DieAuflösung dieses Problems ist von der höchsten Wichtig-keit für die chemische Theorie; vielleicht dürfte auchdieses Geheimnifs mit der Zeit der in so vielen Fällengeheimnifsvollen Natur abgelockt werden. —

Man glaubte lange Zeit, dafs die Gewächse im Son-nenschein das Wasser in ihren Säften zerlegten und denSauerstoff in Gasform entwickelten; allein diefs ist unrich-tig, und die Luft bleibt sich Sommer und Winter in ihrerZusammensetzung gleich. Wollte man von der oben er-wähnten Vermulhung, dafs die Luft möglicherweise ineinem unendlichen Grade von Verdünnung über den gan-zen Weltraum verbreitet sein könnte, eine stete Erneue-rung der Erdatmosphäre herleiten; so würde jene Auf-gabe dadurch nicht im mindesten erklärt werden, weilwir keine merkliche Vermehrung der Menge des gebun-denen Sauerstoffs und der oxydirten Körper auf der Erd-oberfläche bemerken.

Prevost hat berechnet, dafs der Sauerstoff, welcherwährend eines Jahrhunderts durch die organischen Ge-schöpfe des Erdbodens verzehrt wird, nicht mehr als