Druckschrift 
1,1 (1825)
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
 

177

Anfang des Verbrennens.

Es bleibt uns daher nichts weiter übrig, als dasFeuer für eine elektrische Erscheinung zu halten, welchehervorgebracht wird, wenn bei der Vereinigung der Kör-per die entgegengesetzten elektrischen Zustände derselbeneinander neutralisiren, wobei, nach unserer Ansicht, aufdieselbe Weise Feuer entsteht, wie bei Entladung derelektrischen Ladungsflasche oder des Blitzstrahls. Dieweiteren Muthmafsungen über diesen Gegenstand werdeich bei der Lehre über den Einflufs der Elektricität alschemisches Agens im dritten Theile des Lehrbuchs *) nä-her entwickeln, da wir hier so viel als möglich vermei-den müssen, Darstellungen von Thatsachen mit unsicherentheoretischen Ansichten zu vermengen.

Zum Anfängen des Verbrennens ist erforderlich, dafsder brennbare Körper bis zu einem gewissen Grade er-hitzt werde. Sehr wenige Körper besitzen die Eigen-schaft, sich bei der gewöhnlichen Temperatur der At-mosphäre zu entzünden und in der Luft zu brennen. DerWärmegrad, welcher zur Entzündung eines brennbarenKörpers erfordert wird, ist gewöhnlich bedeutend niedri-ger, als der durch die Verbrennung entwickelte, so dafsder einmal entzündete Körper nachher von selbst zumFortbrennen hinreichend erwärmt bleibt. Die durch dasVerbrennen entstehende Hitze ist um so gröfser, je stär-ker die Verwandtschaft des brennenden Körpers zumSauerstoffe ist, kann aber, nach der verschiedenen Dich-tigkeit des Sauerstoffgases, bei einem und demselbenbrennbaren Körper verschieden sein. Am stärksten istsie im reinen Sauerstoffgase; jemehr aber die kleinstenTheilcben dieses Gases durch Verdünnung oder durchBeimengung eines anderen Gases von einander getrenntwerden, desto schwächer wird die beim Verbrennen ent-stehende Hitze. Daher brennt ein Körper mit mindererWärme in der Luft, weil in dieser das Sauerstoffgas mit

Diese Abhandlung ist in einer besonderen deutschen Bearbei-tung- in Dresden bei Arnold 1820 erschienen.

/ 12