178 EiitzlindJiclikeil mancher Kilrp. b. nied. Tcmp.
viermal so viel Stickstoffgas gemengt ist. Stellt man sieltvor, dafs die Menge des Stickstoffgases in der Luft sieltvermehre, so kommt man zuletzt auf einen Punkt, wo diedurch das Verbrennen entstellende Temperatur der zumEntzünden erforderlichen gleich wird und der Körpernoch fortbrennt; wird aber der Sauerstoff noch mehr ver-dünnt, so kann das Verbrennen gar nicht mehr statt fin-den, wenn nicht der brennbare Körper durch irgend einenanderen Umstand auf dem zum Verbrennen erforderlichenWärmegrade erhalten wird. ,
Verschiedene Körper entzünden sich (d. li. fangenan, mit dem Sauerstoffe sich zu vereinigen) bei einerTemperatur, bei der noch kein Glühen oder Leuchtenstatt findet, und solche Körper fahren fort sich zu oxy-diren, ohne dafs Feuer entstellt, und zwar so, dafs siesich blofs beifs erhalten, jedoch beim Zutritt reinerer LuftFeuer zum Ausbruche kommt. Hierdurch entsteht einzwiefacher, verschiedenartiger Verbrennungszustand, dereine bei der möglichst niedrigen, der andere bei dermöglichst holten Hitze, wobei die Produkte beider oftganz verschieden sein können.
Die Thatsache, dafs Körper, unter gewissen Umstän-den, bei derselben Temperatur sich fortoxydiren können,bei welcher ihre Oxydation angefangen hat, und ohnedafs Feuer dabei erscheint, hat zu der höchst interessan-ten Erfindung Davy’s Anlafs gegeben, das Fenerpltäno-mer) gleichsam von dem einen brennbaren Körper aufeinen andern überzutragen, der weder oxydirt wird, nochbrennt. Man befestiget nämlich auf ein Stückchen Kam-plter oder an den Docht einer Weingeistlampe ein Stück-chen spiralförmig gewundenen Platindrath, oder ein schma-les Streifchen von sehr dünn ausgewalztem Platinbleche,mit 8 bis 10 Windungen, zündet dann den Kampher oderdie Weingeistlampe an und bläfs't nach einer Weile dieFlamme mit einem kurzen Alliemstofse schnell aus. DasPlatin behält dabei, nach dem Verlöschen der Flamme,eine höhere Temperatur, als die ist, bei welcher dieOxydation der Kampher- oder Weingeist-Dämpfe ihren