Geschichte der Yerbrennungstheorie. 679
brennnng: „Die Luft, worin wir leben, ist das Auflö-sungsmittel aller brennbaren Körper. Diese Auflösung(die Verbrennung) geschieht erst, nachdem der Körper er-wärmt ist, und die Wirkung der Auflösung bringt diehohe Temperatur hervor, welche wir Feuer nennen. DieAuflösung des brennbaren Körpers geschieht durch eineninhärirenden Stoff, welcher der Luft beigemischt wird.Dieser Stoff ähnelt demjenigen, der im Salpeter figirt ist,aber es ist nicht dieselbe Substanz. Ein Theil des bren-nenden Körpers wird in Luft verwandelt und verfliegt,aber ein anderer Theil verbindet sich mit der Luft und bil-det ein Coagulum oder einen Niederschlag, wovon einigeTlieile so leicht sind, dafs sie von der Luft entführt wer-den, aber andere sind gröber und bleiben zurück.« Mansieht, dafs Hooke von der Verbrennung gewöhnlicherBrennmaterialien gesprochen, und dafs er sich diese weitdeutlicher vorgestellt hat, als viele es nach ihm gethanhaben. Sein Landsmann und Zeitgenosse John Mayow,schrieb im Jahr 1674 *) über das vermehrte Gewicht desBleies und des Antimons während der Oxydation. Aucher leitete es von einem mit diesen Metallen verbundenenBestandtheile der Luft her, den er Spiritus nitro-aereusnannte, und er glaubte, dafs es sich mit den übrigen Me-tallen auf dieselbe Weise verhalte. Seine Ideen warenübrigens verworren und mystisch. Robert Boyle suchtezu gleicher Zeit zu beweisen, dafs die vermehrte Schwerevon fixirtem Feuer herrührte, welches sich mit dem ver-brannten Körper verbunden hatte**). Um’s Jahr 1700fing Becher, ein deutscher Chemiker, an, die Erschei-nung des Verbrennens von einer entweichenden flüchti-gen Erde, oder einem Schwefel, herzuleiten. Er nanntesie Terra secunda, inflammabilis , pingues, sulphurea,und nahm an, dafs sie sich in allen brennbaren Körpernfinde***). Sein Schüler Georg Ernst Stahl entwickelte
°) Tractatus quinque mcdico-phisici. Oxon. 1669 et 1674.
**) Boyle's VPorks. J ol. III. pug. 40.
***) Bechers Phisica snbtcrranen. Lips. 1703 .