C hl o r was s er s t o ffs än rc.
605
die gewöhnlichste Art, die Wasserstoffsäuren zu erhalten,ist, dafs man eine Verbindung des Radikals der Wasser-stoffsäure mit einem derjenigen Metalle, welche das Was-ser zersetzen können, mit einer wasserhaltigen Sauerstoff-saure, am gewöhnlichsten Schwefelsäure, behandelt, wo-bei sich das Metall auf Kosten des Wassers oxydirt, undder Wasserstoff, statt frei zu werden, sich mit dem ab-geschiedenen Salzbilder zu einer Säure verbindet, welcheals Gas entweicht, oder welche überdestillirt.
Wasserstoffsäuren mit einfachem Radikal.
1. Chlorwasserstoffsäure. (Salzsäure. Hydro-chlorsäure.)
Diese unter dem Namen Salzsäure von Alters herbekannte Säure, hatte diesen Namen vom Kochsalze er-halten, durch dessen Zersetzung mit Schwefelsäure mansie gewann.
Die Chlorwasserstoffsäure kommt in der Natur nurunter den Producten vulcanischer Thätigkeit frei vor, wosie eine der luftförmigen Materien ist, welche aus derMündung des Vulcans ausgetrieben werden. Sie kommtauch bisweilen frei in Wasseransammlungen vulcanischerGegenden vor.
Das Kochsalz besteht aus Chlor und dem MetalleNatrium; wenn es mit wasserhaltiger Schwefelsäure über-gossen wird, so verbindet sich das Natrium mit demSauerstoff des Wassers zu dem Alkali Natron, und mitder Schwefelsäure zu schwefelsaurem Natron, währendsich Wasserstoff und Chlor im Entstehungszustande zuChlorwasserstoffsäure verbinden.
Zur Bereitung der Säure bedient man sich eineso
Apparates, wie er auf Taf. III. Fig. 1. abgebildet ist. Indie Pietorte bringt man zuerst das Kochsalz, und durchdie Tubulirung wird dann concentrirte Schwefelsäure ein-gegossen. Man bedient sich in diesem Falle gerne einer
40 *