443
Schwefelsäure.
werden in der Basis 14,75 Th. Sauerstoff erfordert. Wirsagen dann, die Sättigungscapacität der Schwefelsäure ist19,96, «nd die der Salpetersäure 14,75. Das Wasser inden wasserhaltigen Säuren folgt demselben Gesetze, sodafs z. B. 100 Th. wasserfreie Schwefelsäure, um wasser-haltig zu werden, 22,45 Th. Wasser aufnehmen, dessenSauerstoff 19,96 ist.
Ich werde nun in dem Folgenden die Beschreibungder Oxyde eines jeden Metalloides mit seinem höchstenOxydationsgrade anfangen, weil dieser, mit wenigen Aus-nahmen, am gewöhnlichsten vorkommt.
A. Säuren mit einfachem Radikale.
' I. Säuren des Schwefels.
1. Schwefelsäure.
Diese Säure, merkwürdig sowohl wegen ihrer star-ken Verwandtschaften, worin sie, mit wenigen Ausnah-men, alle andern übertrifft, als auch wegen ihrer allge-mein verbreiteten Anwendung in Fabriken und Künsten,ist schon seit Alters her bekannt, und kommt in der Na-tur vor, frei, wiewohl äufserst selten, in Wasseransamm-lungen bei einigen Vulcanen, aber sehr häufig verbundenmit andern Oxyden zu schwefelsauren Salzen, z. B. alsGips, Vitriol, Alaun u. m. a. Sie wird auf zwei ver-schiedene Arten bereitet, und nach diesen Bereitungsar-ten in zwei verschiedenen Modificationen erhalten, welcheim Handel unter den Namen sächsische und engli-sche Schwefelsäure bekannt sind. Die erstere wird durchDestillation von schwefelsaurem Eisenoxydul und die letz-tere durch Verbrennung von Schwefel bereitet.
Die sächsische Schwefelsäure hat ihren Namendaher, dafs man sie an verschiedenen Stellen in Sachsen,bei Goslar und Nordhausen, bereitet, von welchem letzte-ren Orte sie auch Nordhäuser Vitriolöl genannt wird.Um sie zu bereiten, wird der Eisenvitriol zuerst in einem