Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
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I. Sauerstoffsäuren und Oxyde.

Wen» sich die Metalloide mit Sauerstoff verbinden, sokönnen die meisten mehrere Verbindungsgrade damit bil-den. Die höchsten derselben werden Säuren, und die nie-drigeren Oxyde genannt. Sie sind hauptsächlich darin voneinander unterschieden, dafs die ersteren, die Säuren,obgleich sie dieselbe Art von Verwandtschaft ausüben undsich bestreben mit derselben Art von Körpern sich zuverbinden, wie die letzteren, diefs mit einer viel gröfse-ren Kraft, als die letzteren, thun. Bisweilen nennen wiralle Oxydationsstufen Säuren, z. B. beim Schwefel. DieCharaktere, welche veranlassen, einem Oxyde den NamenSäure beizulegen, sind im Allgemeinen: saurer Geschmackund die Eigenschaft, verschiedene blaue Pflanzenfarben,wie z. B. von Lackmus, von Veilchen, in Roth umzuän-dern, welche Eigenschaft ein beständiger Begleiter dessauren Geschmackes ist. Die schwächeren und die inWasser unauflöslichen Säuren schmecken oft nicht sauer,röthen aber die blaue Farbe von Lackmus, und denschwächsten, wie z. B. der Kieselsäure, fehlt auch dieseEigenschaft; erhalten aber dennoch den Namen Säure des-halb, weil sie die Eigenschaft haben, sich mit den Oxy-den elektropositiver Metalle, d. h, mit Salzbasen, zu Salzenzu verbinden, welches diejenige Eigenschaft ist, wodurchhauptsächlich eine Säure charakterisirt wird. Aber ausdiesem Gesichtspunkte können die Oxyde aller Metalloideals Säuren betrachtet werden, nur mit Ausnahme vonPhosphoroxyd, Chloroxyd und Kohlenoxyd, von welchenman noch keine Verbindungen mit Salzbasen kennen ge-lernt hat.

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