Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
Seite
678
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678 Geschichte der Yerbrcnnuugslheorie.

Entwickelung von Wärme, welche bisweilen die lebhaf-testen Yerbrennungserscheinungen hervorbringt. Die Sauer-stoffmenge, welche das Oxydul eines Metalls in Oxydverwandelt, hat gewöhnlich nicht dieselbe Menge Wär-mestoff verloren, als der im Oxydul enthaltene Sauerstoff.Daher wird Kalium mit Feuererscheinung, auf Kostenz. B. von Eisenoxyd und Mariganoxyd, in Kali verwan-delt, da es hingegen, ohne in Glühung zu gerathen, Eisen-und Manganoxydul lierstellt.

Die ungleich starke Verwandtschaft, womit die Me-talle die verschiedenen Antheile Sauerstoff binden, welcheihre verschiedenen Oxydationsstufen ausmachen, ist bisjetzt nicht näher bestimmt. So viel ist jedoch aus derErfahrung bekannt, dafs weder in dem Minimum, nochin dem Maximum von Sauerstoffgehalt die stärkste che-mische Verwandtschaft zwischen den Bestandtlieilen ob-waltet. Die sogenannten Suboxyde zersetzen sich gewöhn-lich durch sehr geringe Veranlassungen in reducirtes Me-tall und in eine höhere Oxydationsstufe. Die Superoxyde,so wie auch einige unter den Oxyden, zersetzen sich gleich-falls leicht in Sauerstoff und in niedrigere Oxydationsstu-fen. Die gröfste Verwandtschaft steht also irgendwo inder Mitte.

Da die Oxydation der Metalle die eiste Erscheinungwar, welche eigentlich die verbesserte Lehre von derVerbrennung erzeugte, so werde ich hier eine kurzeUebersicht der vorzüglichsten Veränderungen geben, diesich mit dieser Lehre ereignet haben. Schon im Jahre 1630machte Jean Rey, Arzt aus Perigord in Frankreich, dieBeobachtung, dafs die Metalle Blei und Zinn, wenn siecalcinirt werden, an Schwere zunehmen, und er leitetedieses von absorbirter Luft her *). Der Engländer Ro-bert Hooke gab nachher im Jahr 1665 in einem Buche,Micrographia genannt, folgende Erklärung von der Ver-

) Essai si/r la recherche de la cause, par la quelle Vctainet Ic plomb augmcntcnt de poids, quand on les calcine.ii ßazas 1630 .