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Schwefclwasserstoffsäure.
welche das Gas zersetzen, z. B. Chlor, Jod, schweflichteSäure, Salpetersäure u. a., wobei die Flüssigkeit getrübtund Schwefel gefällt wird. Alkalien, alkalische Erdenund Metalloxyde zerstören im Augenblicke den Geruchder Flüssigkeit, und erzeugen Wasser und ein Schwefel-metall.
In der Natur kommen verschiedene Quellwasser vor,welche Schwefelwasserstoff aufgelöst enthalten. DieseWasser werden hepatische genannt und oft als Heil-mittel angewandt. Sehr viele Quellen in Schweden ent-halten dieses Gas, aber in so geringer Menge, dafs esnur durch den Geruch entdeckt werden kann, wenn manein Glas zur Hälfte mit dem Wasser füllt, dasselbe mitder Hand bedeckt, und es dann nach einigem Umschüt-teln unter die Nase hält. In diesen Wassern ist dasSchwefelwasserstoffgas nicht selten ein Product der Fäul-nifs organischer Materien, welche in der Nähe der Quel-len in der Erde versteckt liegen. In der Pharmacie be-reitete man ehemals einen sogenannten Liquor probato-rius zur Entdeckung eines Bleigehaltes im Weine; diefswar eine Flüssigkeit, welche zugleich Schwefelwasserstoff-gas und Chlorwasserstoffsäure enthielt.
Schwefelwasserstoffgas wird auch von Alkohol aufge-löst, welcher, nach de Saussure, bis zu ßmal sein Vo-lum davon aufnehmen kann. Diese Lösung erhält nacheinigen Tagen einen eigenen Nebengeruch, welcher einegegenseitige Zersetzung des Gases und des Alkohols anzu-zeigen scheint.
Schwefelwasserstoff kann sich mit den ersten Schwe-felungsstufen verschiedener Metalle, besonders mit denender Alkali bildenden Metalle, verbinden. Man hat dieseVerbindungen Hydrothionsalze genannt. Der Schwefel-wasserstoff in denselben enthält eben so viel Schwefel, wiedas Schwefelmetall, womit er verbunden ist.
Die Schwefel wasserstoffsäure besteht aus 94,176 Th.Schwefel und 5,824 Th. Wasserstoff, und es ist wahr-scheinlich, dafs sie aus 2 Volum Wasserstoffgas und 1 Vo-lum Schwefelgas, zu 2 Volum condensirt, besteht.