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Fluorbor.
säure eine Sauerstoffsäure, so wird die Flufssäure ganzeinfach aus der Kalkerde ausgetrieben, und verbindet sichmit einem Antheile der im Ueberschusse zugesetzten Bor-säure zu einer, aus Flufssäure und Borsäure bestehenden,Doppelsänre, woher der Name Fluorborsäure.
Nach John Davy’s Versuchen kann diese Verbin-dung aus dem genannten Gemenge oder aus einem Ge-menge von 1 Th. Flufsspath und 1 Th. wasserfreiem Bo-rax (borsaureni Natron) erhalten werden, wenn man dieseGemenge in Glasgefälsen, in ersterem Falle mit 8 und imletzteren mit 12 Th. concentrirLer Schwefelsäure iiber-giefst und gelinde erhitzt. Auf diese Weise erhält manjedoch nach meiner Erfahrung ein durch Fluorkiesel sehrverunreinigtes Gas, sowohl durch die Kieselsäure im Flufs-spatlie, als die im Glase der Retorte.
Das Fluorborgas ist farblos und klar, bildet aber,wenn es in die Luft kommt, einen äußerst dicken Rauch.Sein spec. Gewicht ist 2 , 371 . Es rölhet Lackmuspapier,greift das Glas nicht an, und verkohlt und zerstört orga-nische Materien fast in höherem Grade als Schwefelsäure.Es wird weder durch Glfihhitze noch den elektrischenFunken zersetzt. Von den gewöhnlichen Metallen wirdes selbst nicht bei voller Weifsglühhitze zersetzt. Dage-gen wird es von den Radikalen der Alkalien und alkali-schen Erden bei erhöhter Temperatur zerlegt. Bringtman Kalium hinein, so fängt es nach einer Weile an sichmit einer weifsen Haut zu überziehen; wird es erhitzt, sowird es dunkler an Farbe und endlich schwarz, und wenndie schwarze Kruste berstet, so entzündet es sich undbrennt mit einem rotben Feuer, wobei Bor reducirt undFluorbor-Kalium gebildet wird.
Das Fluorborgas wird von Wasser mit der gröfstenHeftigkeit und mit Erhitzung des Wassers eingesogen.Nach John Davy nimmt es bis zu 700 mal sein VolumFluorborgas auf, wobei sich das Volum des Wassers be-deutend vergröfsert und sein spec. Gewicht 1,77 wird.Die gesättigte Säure raucht an der Luft, und ist im höch-sten Grade fressend und kaustisch. Wird sie erhitzt, so