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Fluorwasserstoffsäure.
Sauerstoffsäure, bekannt ist. Wenn ich mich in dem Fol-genden des Namens Flufssäure bediene, so ist diefs immerin Bezug auf diejenige theoretische Ansicht, nach welcherdiese Säure als Sauerstoffsäure betrachtet wird. Sie hatdiesen Namen davon erhalten, dafs sie ^gewöhnlich auseinem Mineral erhalten wird, welches man Flufs oderFlufsspath nennt, und in dem Namen Fluorwasserstoff-säure leitet sich der Name des vorausgesetzten SalzbildersFluor von dem lateinischen Namen Fluor spnthosus , fürdasselbe Mineral, her. Dieses Mineral ist entweder Fluor-calcium oder flufssäure Kalkerde, und es ist lange schonbekannt und theils als Fluls bei Schmelzungen, theils dazuangewandt worden, um durch Behandlung desselben mitSchwefelsäure auf Glas zu ätzen, eine Kunst, welche schon1670 von Schwankhard in Nürnberg gekannt war.
Scheele zeigte, 1771 , dafs diese Eigenschaft, in Glaszu ätzen, von einer eigenen Säure herrühre, welche durchSchwefelsäure aus dem Flufsspath entwickelt werde. Aberdie Säure, welche Scheele unter dem Namen Flufs-spathsäure beschrieb, war nicht rein, sondern durch sehrviele Kieselsäure verunreinigt, wodurch sehr viele Strei-tigkeiten über ihre wahre Natur entstanden, bis Wen-zel im Jahre 1783 zeigte, dafs die F'lufssäure kieselfreiund rauchend erhalten werde, wenn sie in schicklichenApparaten von Metall bereitet würde. Gay-Lussacund Thenard gaben im Jahre 1810 bestimmtere Vor-schriften zur Bereitung der reinen Säure, und beschriebenihre bis dahin fast unbekannten Eigenschaften.
Man erhält concentrirte, wasserfreie Fluorwasserstoff-säure, wenn ein ausgesuchter, kieselfreier und reiner Flufs-spath zu sehr feinem Pulver gerieben, und dann mit sei-nem doppelten Gewichte concentrirter Schwefelsäure ineiner Retorte von Blei vermischt wird, deren langer Halsin eine kleinere Vorlage mündet. Die Säure entwickeltsich nicht sogleich, sondern das Gemenge wird zähe undhalbdurchscheinend, und wenn eine Gasentwickelung ent-steht, so rührt diese von Fluorkieselgas her, durch dieGegenwart von Kieselsäure gebildet, und es wird hier-durch