Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
Seite
609
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Clilonvasscrstoffsäure.

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des Chlorwasserstoffgases nicht nöthig ist. Gegen dasEnde der Operation destillirt dieses Wasser über, unddie Gefäße Killen sich dabei mit Wasserdämpfen, welchesich bei der geringsten Abkühlung des Apparates conden-siren, und dadurch einen luftleeren Raum verursachen, zudessen Ausfüllung die äußere Luft die Säure durch dieAbleitungsrohre in die Vorlage pressen würde. Um demzuvorzukommen, ist die Sicherheitsröhre so eingerichtet,daß die Luft auf diesem Wege mit Leichtigkeit eindrin-gen, aber das Chlorwasserstoffgas durch denselben nichtentweichen kann.

Die Chlorwasserstoffsäure ist ein Gas, welches beider gewöhnlichen Temperatur und dem gewöhnlichenDrucke der Luft beständig ist, welches aber bei einemDrucke von 40 Atmosphären, und bei einer Temperaturvon -(-10° in liquide Gestalt gebracht werden kann.Davy behandelte Salmiak mit Schwefelsäure in einer anbeiden Enden zugeschmolzenen Glasröhre, auf die Weise,wie ich schon oben bei der Kohlensäure erwähnte, underhielt dadurch eine gelbliche Flüssigkeit. Faraday zeigtehierauf, daß diese Farbe von einem Eisengehalte herrührte,und dafs die flüssige Chlorwasserstoffsäure farblos ist. Siebricht das Licht weniger als Wasser.

Das Chlorwasserstoffgas ist farblos. Es hat einen schar-fen und erstickend sauren Geruch, und raucht stark ander Luft, was davon herrührt, dafs es in der Luft Was-sergas condensirt, und sich damit in eine fein zertheiltewäßrige Chlorwasserstoffsäure verwandelt, welche dannden sichtbaren Rauch bildet. Das spec. Gewicht desChlorwasserstoffgases wird zwischen 1,23 und 1,278 an-gegeben. Da dieses Gas, nach dem, was ich schon beimChlor (S. 239.) anführte, aus gleichen Raumtheilen Was-serstoffgas und Chlorgas ohne Condensation besteht, somuß sein spec. Gewicht, wenn es nach dem des Chlor-gases und des Wasserstoffgases berechnet wird, 1,2.56 sein,welches zwischen beiden obigen Zahlen liegt. Dem Ge-wichte nach besteht es aus 97,27 Th. Chlor und 2,73 Th.Wasserstoff.