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Cyansäure.
Farbe. Die Salpetersäure löst alle diese Niederschlägeauf. Salpetersaures Silber wird von der Honigsteinsäurenicht verändert.
11. Cyansäure.
Wir haben im Vorhergehenden (S. 292.) gesellen,dals Kohlenstoff und Stickstoff, zu gleichem Volum ver-bunden, einen Körper bilden, welchen wir Cyan nennen,und welcher, gleich dem Chlor und Jod, alle Eigenschaf-ten eines Salzbilders har. Wenn Cyangas in eine Auflö-sung einer Salzbasis geleitet wird, z. B. in ein Gemengevon kaustischer Baryterde und Wasser, so wird die Ba-ryterde zersetzt, das Cyan verbindet sich mit ihrem me-tallischen Radikal, dem Baryum, zu Cyanbarium, undder Sauerstoff der Erde verbindet sich mit einem ande-ren Theile Cyan zu Cyansäure, welche mit unzersetzterBaryterde cyansauren Baryt bildet; und es ist dieses Ver-halten also ganz analog mit dem, was vorgeht, wennsich Chlor und Jod mit einer Salzbasis verbinden. Aberbei dem Cyan findet dabei wegen der Leichtigkeit, wo-mit die Bestandtheile desselben andere Verbindungen ein-gelien, eine Zersetzung von Wasser statt, wodurch Koh-lensäure, Ammoniak und die braune stickstoffhaltige Kohleentstehen, in welche Cyan so leicht übergeht, und wo-durch dieser Prozefs ein verwickeltes Ansehen erhält.
Die ersten Veranlassungen zur Annahme der Existenzder Cyansäure gab Vauquelin ISIS, wiewohl wireigentlich Wühler die positive Kenntnifs der Existenzund Zusammensetzung dieser Säure verdanken.
Cyansäure bildet sich auf mehrfache Art, aber nieanders als in Berührung mit Salzbasen. Die Art, welcheich eben anführte, ist, wiewohl sie besser als eine anderedie Analogie des Cyans mit den übrigen Salzbildern dar-thut, gleichwohl keine von denen, welche mit Vortheil an-gewandt werden können. Wöhler hat folgende Darstel-lungs-Methoden angegeben: 1) Harnsaures Quecksilber-oxyd wird in einer Retorte destillirt und die gasförmigen