Benzoesäure.
577
Wasser kocht. Da das Harz allmählich schmilzt und zu-sammenbäckt, dadurch aber die Einwirkung der Laugeauf das Innere des Harzkuchens verhindert wird, so mußman es darin erkalten lassen, das Harz hei'ausnehmen undvon neuem pulvern, darauf wieder gelinde in der Laugekochen, bis es wiederum zusammenbäckt, und dieses Vei-fahren von neuem 2 bis 3 mal wiederholen. Die Lauge,welche anfangs brcäunlichgelb und trübe ist, wird zuletztklar und beinahe farblos. Sie enLhält nunmehr benzoe-saures Kali, aus welchem die Benzoesäure mit etwasverdünnter Schwefelsäure ausgeschieden wird, die mantropfenweise so lange zusetzt, als noch ein Niederschlagerfolgt. Dieser Niederschlag ist die Benzoesäure; sie wirdauf das Filtrum gebracht und mit kaltem Wasser wohlausgewaschen; IO Loth Benzoeharz geben 1 i Loth Säure.
Wenn man zu diesem Versuche mehr Alkali nimmt,als zur Sättigung der Säure gerade erforderlich ist, solöst das überschüssige Alkali eine Menge Harz auf, wel-ches sich mit der Säure niederschlägt, und ihr eine gelbeoder bräunliche Farbe giebt.
Man kann auch die Benzoesäure durch Kochen desHarzes im Wasser erhalten; oder wenn man das Harz ineinen hohen Tiegel legt, über welchen man eine Papier-tüte steckt, während man ein schwaches Kohlenfeuer’ umden Tiegel herum macht. Die Säure sublimirt sich da-bei, und legt sich in glänzenden Nadeln an das Papieran. Allein keine von den beiden Verfahrungsarten be-lohnt die Mühe.
Die gewonnene Säure ist übrigens noch nicht rein,sondern enthält noch einen flüchtigen Stoff von angeneh-men, vanilleähnlichem Gerüche, und einen kleinen An-theil von Harz. Von dem letztem wird sie durch Subli-mation in einem Glaskolben bei gelinder Wärme befreit.Man stellt den Kolben etwas schief, weil die sublimirteSäure sonst leicht wieder niederfällt, und wenn das Glasmit einem Schnee von glänzenden Krystallblättchen undNadeln erfüllt ist, läfst man es abkühlen, nimmt dasSublimat heraus und erhitzt dann die auf dem Boden er-